Stadtplanung : Neue Hürde für Kasernen-Kita

Die Kita soll auf der Wiese im Vordergrund gebaut werden. Das Grundstück wird links durch das schulisch genutzte Ex-Stabsgebäude und rechts durch das Eiderschlösschen eingerahmt.
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Die Kita soll auf der Wiese im Vordergrund gebaut werden. Das Grundstück wird links durch das schulisch genutzte Ex-Stabsgebäude und rechts durch das Eiderschlösschen eingerahmt.

Stadt muss Projekt in Neuwerk-West europaweit ausschreiben / „Brücke“ und Verein Elternselbsthilfe konkurrieren um Trägerschaft

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06. Januar 2018, 18:22 Uhr

Noch ist außer leerstehenden Altbauten kaum etwas zu sehen. Aber in Zukunft sollen junge Familien das ehemalige Gelände der Eiderkaserne beleben. Geplant sind 380 Wohnungen für 500 Menschen – und am Rand des Neubaugebiets Neuwerk-West eine Kindertagesstätte mit vier Gruppen und 60 Plätzen.

Die Vorbereitungen dafür gestalten sich aufwändiger als gedacht. Zwei Tage vor Weihnachten erfuhr Andrea Loose, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste, dass sie für die Suche nach einem Kita-Träger ein europaweites Vergabeverfahren einleiten muss. Grund: Das Projekt übersteigt einen Schwellenwert von 221 000 Euro. Einberechnet werden der Grundstückswert und die städtischen Betriebskostenzuschüsse über eine Laufzeit von 25 Jahren. Loose: „Das bringt uns keine Zeitverzögerung.“ Wann die Bagger anrollen können, ist aber unklar. „Ein Baubeginn in 2018 wäre sehr wünschenswert, aber wie schnell es losgehen kann, weiß ich nicht.“

Rückblick: Im November entschied sich der Sozialausschuss einstimmig gegen eine städtische Trägerschaft. Stattdessen soll die Stadt ein Grundstück zwischen dem Eiderschlösschen und dem ehemaligen Stabsgebäude an einen Träger verkaufen, der die Kita baut und mindestens 25 Jahre betreibt.

Es gibt bereits zwei Interessenten aus Rendsburg. Der Verein „Brücke Rendsburg-Eckernförde“ betreibt im Kreisgebiet zehn Kitas, davon zwei in Rendsburg: im Stadtteilhaus Mastbrook und in Rotenhof. Er bekundete sein Interesse im August. „Wir möchten uns gern an der sozialen und bildungspolitischen Infrastruktur in Rendsburg beteiligen“, sagt Geschäftsführerin Heike Rullmann. Es sei vorteilhaft, mehrere Kitas in einem Ort zu betreiben. „Wir können dadurch die fachliche und personelle Entwicklung bündeln.“

Der Verein Elternselbsthilfe signalisierte sein Interesse im März 2016. Er führt die Kita Wunderwesen mit Standorten auf dem Rendsburger Messegelände und im Stadtpark. Die geschätzte Bausumme von 2,3 Millionen Euro stellt ihn zwar vor eine Herausforderung. Doch auch nach der Entscheidung des Sozialausschusses für einen Verkauf entschloss sich der Vorstand, am Ball zu bleiben. „Der Kauf des Grundstücks war für uns die unattraktivste Alternative, aber wir machen uns auf den Weg“, erklärt Vorstandsmitglied Stephan Grummann. Der Verein eröffnete die Kita im Stadtpark immerhin als Übergangslösung, bis die Kinder den Neubau auf dem Gelände der Eiderkaserne beziehen können. Der Vorstand bat die Stadtverwaltung um Auskunft, welche Unterlagen er bis wann einreichen muss. Sobald die Antwort vorliegt, entscheidet die Mitgliederversammlung, ob sie ihren Hut in den Ring wirft.

Wann beginnt die Ausschreibung? Loose: „Februar wäre noch früh. Ich bin aber zeitlich entspannt.“ Immerhin sei das Grundstück noch nicht einmal erschlossen.

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