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Geld als Mordmotiv : Neue Hinweise: Wurde Renate Hinrichsen schon in Büdelsdorf getötet?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Obduktion in der Kieler Rechtsmedizin ergab: Die Tote ist die Vermisste aus SH. Streit um Geld könnte Motiv gewesen sein.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Büdelsdorf/Zeplin/Kiel | Es ist traurige Gewissheit: Die seit Anfang April vermisste Renate Hinrichsen (59) aus Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist ermordet worden. Das habe die Obduktion ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Nach Informationen von shz.de ist Renate Hinrichsen erwürgt worden. Noch weitere Details wurden nun bekannt.

„Wir gehen davon aus, dass ein langjähriger Bekannter die Tat begangen hat“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Polizisten hatten die Leiche der Büdelsdorferin am Mittwoch auf dem Grundstück von Maik F. (42) in Zepelin (Mecklenburg-Vorpommern) ausgegraben. Sie lag in 1,50 Meter Tiefe, übergossen mit Beton.

Das Motiv für den Mord war möglicherweise Streit um Geld. Beide seien kein festes Paar gewesen, erklärte ein Polizeisprecher. Allerdings soll die geschiedene Putzfrau dem Orthopädie-Mechaniker immer wieder Geld überwiesen haben. Das soll die Auswertung von Bankdaten ergeben haben.

Maik F., der lange Zeit in Fockbek in der Nähe von Büdelsdorf lebte, war 2013 nach Zepelin gezogen, um dort das Haus seiner Großeltern von Grund auf zu renovieren.

Für den 2. April sollen Renate H. und Maik F. ein Treffen in Büdelsdorf vereinbart haben. Ermittler halten es für möglich, dass die Putzfrau bereits dort ermordet worden ist und Maik F. die Leiche in seinem Opel Corsa dann über 222 Kilometer zu dem roten Holzhaus nach Zepelin gefahren hat. Dafür spricht, dass Nachbarn in Büdelsdorf berichten, Beamte der Spurensicherung hätten die Doppelhaushälfte von Renate Hinrichsen über Stunden untersucht.

Um das Verschwinden seiner Bekannten als Oster-Kurzurlaub zu tarnen, könnte Maik F. dann auch ihr Auto nach Zepelin gefahren haben, wo es am vergangenen Freitag von der Kieler Mordkommission, die zu einer Hausdurchsuchung anrückte, in der Garage entdeckt wurde. Maik F. wurde nicht angetroffen. Er erfuhr aber offenbar über seinen Rechtsanwalt, mit dem die Ermittler einen Erörterungstermin vereinbarten, von der Durchsuchung. Kurz darauf fuhr Maik F. auf einer Landstraße bei Wismar mit seinem Opel ungebremst gegen einen Baum.

Die gesamten Umstände deuten auf einen Selbstmord unter dem Druck der Ermittlungen hin. Polizei und Staatsanwaltschaft betonten am Donnerstag aber erneut, die Untersuchung des Unfalls sei noch nicht abgeschlossen. Fakt ist: Der Opel von Maik F. brannte vollständig aus, weshalb die Spuren eines möglichen Leichentransports vernichtet sind. „Wir werden nicht mehr alle Details dieses Verbrechens aufklären können“, sagt ein Ermittler.

Nach dem Tod von Maik F. hatten Zeugenaussagen zu dem Hinweis geführt, dass der Orthopädie-Mechaniker nach dem 2. April auf seinem Grundstück Erdarbeiten vorgenommen habe. Das traf zu. Zehn Meter hinter seinem Haus hat er Renate Hinrichsen vergraben. Oberstaatsanwältin Heß: „Hinweise auf weitere an der Tat beteiligte Personen gibt es derzeit nicht.“

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