Doch keine Schliessung? : Neue Chance für Flugplatz Hohn

Die Transall – stationiert beim Lufttransportgeschwader 63 in Hohn.
Die Transall – stationiert beim Lufttransportgeschwader 63 in Hohn.

Der Standort könnte der für 2021 geplanten Schließung entgehen. Ob das Lufttransportgeschwader erhalten bleibt, ist offen.

shz.de von
23. Februar 2018, 11:37 Uhr

Das letzte Wort in Sachen Nato-Flugplatz Hohn ist noch nicht gesprochen. Eigentlich soll der Standort, der auch das Lufttransportgeschwader (LTG) 63 beherbergt, 2021 geschlossen werden. Eine neue Regelung des Verteidigungsministeriums gibt jedoch Anlass, auf einen anderen Ausgang zu hoffen.

Demnach sollen generell zunächst keine weiteren Bundeswehrstandorte geschlossen werden. Zumindest nicht, ohne vorher noch einmal überprüft worden zu sein. „Bis hier für Hohn eine Entscheidung fällt, kann es aber noch dauern“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Johann Wadephul auf Nachfrage der Landeszeitung. Die Standorte würden in zeitlicher Reihenfolge abgearbeitet. Diejenigen, die als nächste geschlossen werden sollen, werden als erste überprüft.

Auf dem Prüfstand stehen dabei sogar bereits geschlossene Stützpunkte, die noch einmal genau unter die Lupe genommen werden. So beispielsweise die Rantzau-Kaserne in Boostedt. Die Bundeswehr trat hier vor knapp drei Jahren den Rückzug an. Die Gemeinde hat bereits Pläne für die einzelnen Gebäude auf dem Gelände gemacht. Unter anderem soll ein Kindergarten und die Feuerwehr auf dem ehemaligen Kasernengelände Platz finden. Inzwischen ist nicht mehr sicher, ob die Bundeswehr nicht vielleicht doch zurückkehrt.

Wadephul schätzt auch Hohns Chancen, ein aktiver Stützpunkt zu bleiben, gut ein. „Hohn ist ein Nato-Flugplatz mit einem großen Wert für die Bundeswehr“, so der Abgeordnete. „Wenn eine sinnvolle Nutzung möglich ist, wird man den Standort nicht so einfach abgeben.“ Ideen für diese Nutzung gebe es bereits. So könnte ein Teil der Marine-Truppen aus Eckernförde in den Kasernengebäuden des Hohner Standortes eine Unterkunft bekommen. Eckernförde selbst leide im Moment an akuter Platznot, so Wadephul.

Weniger Hoffnung macht sich der Bundestagsabgeordnete bezüglich der Militärtransporter A400M. Eine Zeit lang war spekuliert worden, ob die Flieger, hergestellt von Airbus, auch in Hohn stationiert werden könnten. Wadephul schätzt, dass diese wohl eher nach Frankreich gehen werden und somit nicht zum Erhalt des Stützpunktes beitragen können. Ohnehin wären für Hohn erst die Exemplare 46 bis 53 interessant gewesen. Ausgeliefert wurden in den vergangenen Wochen die Exemplare eins und zwei. Bis Hohn hier an der Reihe sei, wäre das Jahr 2021 schon lange verstrichen. „Ich werde mich weiterhin für den Hohner Standort einsetzen“, resümierte Wadephul. „Letztendlich kommt es aber darauf an, was militärisch sinnvoll ist und nicht darauf, was wir möchten. Das ist leider so.“

Für das Lufttransportgeschwader 63 ändern die Neuigkeiten aus dem Verteidigungsministerium zunächst erst einmal nichts. „Wir beim Lufttransportgeschwader planen weiterhin mit einer Schließung 2021“, so Oberst Hartmut Zitzewitz, Kommodore des LTG in Hohn. Ob der Standort geschlossen werde oder nicht, hat laut Kommodore Zitzewitz keine direkten Auswirkungen auf den Erhalt des LTG 63. Die Gebäude, in denen das Lufttransportgeschwader zur Zeit unterkommt, seien eine Bundesimmobilie. Daher entscheide auch der Bund, wer sie nutzen dürfe. Und wer nach 2021 Platz in den Räumlichkeiten findet, sei noch nicht entschieden. Selbst wenn also der Standort Hohn weiterhin von der Bundeswehr genutzt werden sollte, hieße das nicht automatisch auch, dass das LTG bestehen bleiben kann.

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