Neue Brücke soll 100 Jahre halten

Freie Bahn für den Durchgangsverkehr gibt es schon, seit die Ampeln vor zwei Monaten demontiert wurden.
Freie Bahn für den Durchgangsverkehr gibt es schon, seit die Ampeln vor zwei Monaten demontiert wurden.

Freie Fahrt über die Haaler Au / 1,5 Millionen teures Bauwerk eingeweiht / Alte Überquerung war marode

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17. Mai 2018, 13:20 Uhr

Für den Kreistagsabgeordneten Reimer Tank ist es ein „Jahrhundert-Bauwerk“, das gestern mitten in Todenbüttel offiziell eingeweiht wurde. Die neue Brücke über die Haaler Au hat 1,5 Millionen Euro gekostet. Der Eigenanteil des Kreises Rendsburg-Eckernförde, der als Bauherr fungierte, beläuft sich auf 380 000 Euro. Die restlichen Kosten übernimmt das Land Schleswig-Holstein.

Im September 2014 diagnostizierte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein schwere Schäden an der K-82-Brücke über die Haaler Au in Todenbüttel. Das über 100 Jahre alte Bauwerk war nicht mehr zu retten. Der Kreis beschloss, einen Brückenneubau und beantragte unverzüglich beim Land die nötigen Fördermittel im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes, abgekürzt GVFG.

Seit der Feststellung des maroden Zustands wurde die alte Brücke nur noch einspurig im Wechselbetrieb befahren. Eine Ampelanlage sorgte dafür, dass die 1903 eingeweihte Brücke immer nur aus einer Richtung überquert werden konnte. „So haben die Todenbütteler auch mal eine Ampel kennengelernt“, sagt Bürgermeister Otto Harders mit Blick auf seine seit jeher komplett ampelfreie Gemeinde, „diese Ampel war die ganze Zeit hindurch immer ein beliebtes Gesprächsthema, und alle haben sich mit ihr arrangiert.“

2016 gab das Land grünes Licht für die beantragten GVFG-Mittel – und dann ging 2017 alles ganz schnell. Als erstes wurde im Januar eine Radwegbrücke aus Spannbeton, die neben der alten Autobrücke verlief, abgerissen. Die Radwegquerung musste weg, um Platz für eine Behelfsbrücke zu schaffen, die gleich anschließend errichtet wurde. Als dieses 24,86 Meter lange und 36 Tonnen schwere Provisorium eingesetzt war, konnte man den Abriss der alten Autobrücke in Angriff nehmen.

Bei der Gründung des neuen Bauwerks kamen elf Meter lange und 1,2 Meter dicke Bohrpfähle aus Stahlbeton zum Einsatz. Als Reminiszenz an die alte Brücke wurden bei der Gestaltung des stählernen Brückengeländers kreisrunde Elemente des Vorgängerbaus übernommen. Insgesamt wurden in der neuen Brücke 430 Kubikmeter Beton (à 2,5 Tonnen) und 54 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Die Arbeitsgemeinschaft zweier mittelständiger Bauunternehmen (Fritz Spieker und Heinrich Brandt) legte sich so richtig ins Zeug. „Die Firmen haben sehr zügig gearbeitet“, lobte Bürgermeister Harders. „Das schlechte Wetter zum Ende hin hat dann aber doch noch ein halbes Jahr Verzögerung verursacht“, stellte Martin Kurowski vom Kreis fest.

Vor zwei Monaten mussten die Todenbütteler nun Abschied von ihrer lieb gewonnen Ampel nehmen. Gestern wurden die Arbeiten mit einer Baumpflanzaktion offiziell abgeschlossen. „Im Großen und Ganzen war das von Anfang bis Ende ein Vorzeigeobjekt“, meinte Harders, „ganz Todenbüttel freut sich, dass wir nun eine schöne neue Brücke haben.“ „Das ist ein Jahrhundert-Bauwerk“, befand der Vorsitzende des Umwelt- und Bauausschusses des Kreises, Reimer Tank: „Die alte Brücke hat 100 Jahre gehalten – und die neue Brücke muss jetzt auch 100 Jahre halten.“



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