Altstadt Rendsburg : Neue Bewerber für die Hertie-Ruine

Das Sanierungsgebiet „Rendsburger Altstadt“ (rote Linie) soll bis 2029 erneuert sein.
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Das Sanierungsgebiet „Rendsburger Altstadt“ (rote Linie) soll bis 2029 erneuert sein.

Zwei Firmengruppen aus dem Raum Rendsburg wollen mit der Stadt kooperieren. Und einen dritten Interessenten gibt es auch.

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29. März 2014, 07:45 Uhr

Rendsburg | Der einstimmige Satzungsbeschluss der Ratsversammlung zum Sanierungsgebiet „Rendsburger Altstadt“ sorgt im Rathaus für eine Menge Arbeit. Während in der Bauverwaltung eine Liste an Formalien abzuarbeiten ist, geht für Bürgermeister Pierre Gilgenast die Suche nach Investoren weiter. In Sachen Hertie-Ruine meldete er am Freitag auf LZ-Anfrage einen überraschenden Zwischenstand: Demnach wollen zwei Unternehmensgruppen aus dem Raum Rendsburg mit der Stadt kooperieren. Beide Interessenten führten getrennte Verhandlungen und bevorzugten den Abriss des Gebäudes. Namen und Details nannte der Rathauschef mit Verweis auf die laufenden Gespräche nicht. Darüber hinaus, so Gilgenast, gebe es einen bundesweit agierenden Unternehmer, der sich ebenfalls für die Immobilie am Altstädter Markt interessiere. Er möchte das Gebäude nicht abreißen lassen, sondern im Alleingang sanieren. „In das Thema Hertie kommt Bewegung“, sagte Gilgenast, der betonte, dass die Stadt selbst weiter in engen Kaufverhandlungen mit dem Berliner Vermarkter der leerstehenden Immobilie stehe. Man tausche sich „wöchentlich“ aus. Mit Ergebnissen rechnet der Verwaltungschef jedoch nicht mehr vor der Sommerpause.

Schneller könnte es beim historischen „Landsknecht“ gehen, dem anderen Ladenhüter in der Altstadt. Das ehemalige Gasthaus und laut einer Schautafel „älteste Bürgerhaus der Stadt“ (Baujahr 1541) wird von einem Kieler Makler für 75.000 Euro angeboten, inklusive 518 Quadratmeter großem Grundstück. Der Haken: Aus Gründen des Denkmalschutzes darf das Gebäude nicht abgerissen werden und muss in seinem Aufbau so bleiben wie es ist.

Durch das Sanierungsgebiet Altstadt hofft Gilgenast, dass auch hier Bewegung in die Sache kommt. Möglichen Käufern verspricht er finanzielle Unterstützung der Stadt. „Wenn sich für das Objekt ein privater Investor findet, helfen wir über das Förderprogramm.“ Was die Verwendung der von Bund und Land bewilligten Mittel angeht, werde sich die Stadt zunächst auf das Hertie-Haus und den „Landsknecht“ konzentrieren, so Gilgenast. Bis 2017 sollen insgesamt rund 4,4 Millionen Euro in das Viertel fließen, der kommunale Eigenanteil beträgt 1,47 Millionen Euro. Aus Kiel wird die erste Summe überwiesen, sobald die Verwaltung ein Treuhandkonto eingerichtet hat.

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