Fähren auf dem Nord-Ostsee-Kanal : Neue Besatzungen auf drei Schiffen

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Die Adler-Reederei wird ab Februar sieben von 13 Querungen auf dem Kanal betreiben. Die schon länger angekündigten Schiffs-Neubauten lassen noch auf sich warten, aber die Ausschreibung ist in Vorbereitung.

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19. Januar 2017, 11:32 Uhr

Auf den ersten Blick bleibt alles beim Alten. Schließlich geht der Betrieb nahtlos weiter. Dennoch gibt es auf einigen der Kanal-Fähren ab dem 1. Februar Neuerungen. So übernimmt die Adler-Reederei mit Sitz auf Sylt zusätzlich einige Routen. Bisher stellt sie bereits das Personal auf fünf Fähren (siehe Infokasten). „Neu hinzu kommen Fischerhütte, Oldenbüttel und Hochdonn“, erklärt Pressesprecherin Juliane Nissen-Hünding. Allerdings wird die Verbindung in Kudensee dafür wieder vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) übernommen.

Welche Fähren es selbst betreibt und welche ausgeschrieben werden, entscheidet das WSA. Abhängig ist diese Entscheidung unter anderem von der Anzahl der Mitarbeiter. „Wir werfen ja niemanden hinaus“, so Thomas Fischer, Pressesprecher des WSA Brunsbüttel, das für den Betrieb auf der westlichen Kanalstrecke ab Oldenbüttel zuständig ist. Für die Fähren von Breiholz bis Kiel zeichnet das Amt in Kiel-Holtenau verantwortlich. Ab dem 1. September 2016 war der Betrieb von vier Verbindungen vom WSA Brunsbüttel ausgeschrieben worden. Wer den Zuschlag erhalte, dafür sei unter anderem der Preis ausschlaggebend, so Fischer. „Wenn man nicht den günstigsten Anbieter nimmt, muss es schon wichtige Gründe geben.“ Was die Anzahl der Bewerber angeht, macht Fischer keine konkreten Angaben, räumt aber ein: „Der Markt ist schon überschaubar.“

Bei der Besetzung werden unter anderem Mitarbeiterwünsche berücksichtigt. Ähnlich ist es bei der Adler-Reederei. Auch hier gibt es Personalwechsel, weil zum Beispiel Mitarbeiter näher am Wohnort eingesetzt werden möchten. „Die Fähre Adler I in Kiel-Holtenau unterhalten wir bereits seit 1984“, erklärt Juliane Nissen-Hünding. Ausgeschrieben wird der Fähr-Betrieb der anderen Verbindungen rund alle drei Jahre. In diesem Zuge hatte die Adler-Reederei zum 1. Juni 2013 den Zuschlag für Sehestedt erhalten. Dass eine Besatzung, die nicht vom WSA gestellt wird, die Autofähren übernimmt, war damals eine Neuerung. In der Gemeinde sind alle mit dem Betrieb durch die Adler-Crew sehr zufrieden – deren Mitglieder an den neongelben Jacken mit entsprechender Beschriftung gut zu erkennen sind. Diese werden in zwei Wochen nun also an weiteren Orten zu sehen sein.

Bis allerdings neue Fährschiffe zwischen dem Nord- und Südufer pendeln, wird noch einige Zeit vergehen. Peu à peu will das WSA alle 16 Fähren in den kommenden Jahren durch neue Modelle ersetzen (Kosten rund 70 Millionen Euro), um den Verkehr zuverlässiger und wirtschaftlicher zu gestalten. Der Plan existiert schon länger – die Umsetzung verzögert sich aber. Ursprünglich sollte das erste Schiff bereits Anfang 2016 eingesetzt werden. Im Februar vergangenen Jahres hieß es, dass der Bau eines Laderaumbaggers aufgrund eines neuen Investitionsprogrammes vorgezogen werden musste (die Landeszeitung berichtete) und daher die Ausschreibung noch nicht einmal erfolgt war. Nun aber soll es losgehen. „Der Bau von drei neuen 45-Tonnen-Fähren für den Nord-Ostsee-Kanal kann im ersten Quartal dieses Jahres europaweit ausgeschrieben werden“, erklärt Claudia Thoma, Pressesprecherin der WSA Generaldirektion auf Anfrage der Landeszeitung. „Die Vorbereitungen dazu befinden sich in der Endphase.“ Der Auftrag könnte bis zum Jahresende 2017 erteilt werden, die erste Fähre voraussichtlich 2019 ihren Betrieb aufnehmen, so die Pressesprecherin weiter.

Grund für den langen Prozess seien unter anderem neue Vorschriften. Die hätten die Abstimmungsgespräche mit der Zulassungsstelle nötig gemacht. Zugelassen werden die neuen Schiffe von der Abteilung Technische Schiffssicherheit, die wiederum ein Bestandteil der Abteilung Schifffahrt in der WSA-Generaldirektion ist. Die Fähren sollten mit moderner Antriebstechnik ausgestattet werden. „Geplant ist ein Diesel-Hybridantrieb“, erklärt Thoma. Ein Batteriesatz treibt die Schiffe elektrisch an, der Strom wird über einen Dieselgenerator an Bord erzeugt. Bei längeren Liegezeiten könnte auch Landstrom zum Einsatz kommen.

Fähr-Linien

> Brunsbüttel - WSA > Ostermoor – WSA > Kudensee - von Adler zu WSA

> Burg - Adler > Hochdonn - von WSA zu Adler > Fischerhütte - von WSA zu Adler > Oldenbüttel - von WSA zu Adler > Breiholz - WSA > Rendsburg (Schwebefähre) - WSA > Schacht-Audorf (2 Anleger) - WSA > Sehestedt - Adler > Landwehr - Adler > Kiel-Holtenau (nur Personen) - Adler

Besatzungen

Die Adler-Reederei beschäftigt rund 60 Personen für die Fähren. Alle laufen im Drei-Schicht-Betrieb und sind pro Schicht mit zwei Personen (Schiffsführer und Decksmann) besetzt.

Das WSA betreibt jede Fähre mit einer

Besatzung von zwölf Personen ( sechs Schiffsführer, sechs Decksleute).

Ausnahmen sind Fischerhütte (zwei mal vier), weil im Zwei-Schicht-Betrieb, und Breiholz (Ein-Mann-Betrieb).



Betrieb

Zwölf der 13 Linien verkehren rund um die Uhr. Fischerhütte fährt lediglich von 6 bis 22 Uhr, Kiel-Holtenau pausiert nachts ebenfalls.

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