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Alt Duvenstedt : Neue Afrika-Mission für die Transall?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Morgen entscheidet der Verteidigungsausschuss in Berlin über einen Mali-Einsatz. Hohner Geschwader soll verletzte Soldaten ausfliegen.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2016 | 09:00 Uhr

Die Soldaten des Lufttransportgeschwaders (LTG) 63 erwarten die Sitzung des Bundestags-Verteidigungsausschusses morgen in Berlin mit Spannung. Dann wollen die Politiker entscheiden, ob der Mali-Einsatz der Bundeswehr erweitert und damit die Hilfe der Hohner Transall-Maschinen in dem westafrikanischen Land nötig wird. Sollte es soweit kommen, wird offenbar ein Lufttransportstützpunkt in Niamey aufgebaut, der Hauptstadt des Nachbarlandes Niger östlich von Mali. In dem Fall würde das LTG 63 als Leitverband von dort aus den Einsatz koordinieren.

Bereits jetzt befinden sich zwei Hohner Flugzeuge vom Typ Transall C-160 in Niamey. Laut Oberst Hartmut Zitzewitz, Kommodore des LTG 63, haben sie nach einem Lufttransport-Auftrag in der vergangenen Woche nicht sofort ihre Rückkehr angetreten. Stattdessen unterstützen sie französische Truppen mit Versorgungsflügen. Rund 40 Soldaten des LTG 63 halten sich dazu in Niamey auf. „Freitag hat der erste Flug nach Gao im Nordosten Malis stattgefunden“, sagte Zitzewitz. Dass die beiden Maschinen sich bereits in Westafrika befinden, weil die Zustimmung für die Erweiterung des Bundeswehr-Mandats in Mali morgen als gesichert gilt, wollte der Kommodore nicht bestätigen. „Wir fliegen permanent nach Mali“, sagte er.

Dort befinden sich bereits rund 200 deutsche Soldaten, die sich an einer Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen beteiligen. Teile des Landes waren 2012 in die Hände islamistischer Rebellen gefallen, die aber Anfang 2013 von französischen und afrikanischen Truppen zurückerobert wurden. Nun wird die Armee von Soldaten verschiedener EU-Länder ausgebildet. Die Mission „Minusma“ soll nun ausgeweitet werden. Geplant ist, weitere 400 deutsche Soldaten in das Land zu entsenden.

Ein Marschbefehl für Mali liegt in der Kaserne in Alt Duvenstedt jedoch noch nicht vor, betont Zitzewitz. Kommt es dazu, stehen die LTG-Soldaten vor einem durchaus gefährlichen Einsatz. Denn der Norden des Landes, ein Wüstengebiet von der Größe Frankreichs, gilt als Rückzugsraum für islamistische Terroristen. Im Süden des Landes griffen die Extremisten erst vor rund drei Wochen das Hauptquartier der EU-Mission, ein ehemaliges Hotel in der Hauptstadt Bamako, an. Sie konnten jedoch nicht in das Gebäude eindringen. Darin arbeiten auch 30 Bundeswehrsoldaten. Im September nahmen Terroristen 100 Geiseln in einem Hotel, von denen sie etwa 20 töteten.

Wann ein möglicher Mali-Einsatz beginnen und wie lange er dauern würde, kann Hartmut Zitzewitz erst sagen, wenn der Marschbefehl eingegangen ist. Aber klar ist: Gemeinsam mit dem Schwesterverband, dem LTG 61 aus Landsberg, stellt das LTG 63 sicher, dass verletzte deutsche Soldaten so schnell wie möglich medizinisch versorgt werden können. Dazu wird eine Transall eigens ausgestattet. Damit geht es dann zum nächsten internationalen Flughafen, von wo aus die Soldaten nach Deutschland geflogen werden.

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