Stadtwerke Rendsburg : Neubau für das Trinkwasser der Zukunft

Noch wird im alten Werk am Rad gedreht: Das Wasser kommt aus 30 Meter Tiefe, erklärt der technische Leiter, Antatoli Krüger.
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Noch wird im alten Werk am Rad gedreht: Das Wasser kommt aus 30 Meter Tiefe, erklärt der technische Leiter, Antatoli Krüger.

3,2 Millionen Euro investieren die Stadtwerke Rendsburg in Speicherkammern am Armensee. Die alte Anlage ist vierzig Jahre alt und der Verschleiß vorprogrammiert. Gestern wurde für den Neubau Richtfest gefeiert.

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31. Juli 2014, 11:07 Uhr

Stolze 3,2 Millionen Euro investierten die Stadtwerke Rendsburg. Gestern wurde das Richtfest für den neuen Trinkwasserspeicher im Wasserwerk Armensee gefeiert. Dort werden zwei Speicherkammern mit jeweils 2500 Kubikmetern Fassungsvermögen sowie neue Filteranlagen gebaut. „Eine imposante Baustelle“, betonte der Stadtwerke-Geschäftsführer Helge Spehr bei der Begrüßung der Gäste. Unter ihnen waren auch die Bürgermeister Pierre Gilgenast aus Rendsburg, Jürgen Hein aus Büdelsdorf und Holger Diehr aus Fockbek aus dem Versorgungsgebiet der Stadtwerke.

Mit dem Neubau sei man anlagentechnisch für die nächsten hundert Jahre gut gerüstet, blickte Spehr langfristig in die Zukunft. Der bisherige Reinwasserbehälter sei mittlerweile zu klein, das Einkammersystem nicht mehr zeitgemäß. Außerdem sei die Anlage bereits 40 Jahre alt und Verschleiß sei programmiert.

Das Gebäude für den Trinkwasserspeicher am Rendsburger Stadtrand misst 40 mal 25 Meter und wird nach seiner Fertigstellung nicht mehr zu sehen sein. „Der Speicher wird mit einer Erdschicht bedeckt. Die ‚klimatisiert‘ und sorgt für eine nahezu konstante Wassertemperatur von zwölf Grad Celsius“, erklärte Anatoli Krüger, Abteilungsleiter Technische Dienste und Anlagen bei den Stadtwerken. Nach seinen Angaben versorgen sie über das Wasserwerk Armensee und seit 1977 zusätzlich durch das Wasserwerk in Jevenstedt-Schwabe insgesamt 64 000 Einwohner mit Trinkwasser. Dabei sind die Abnehmer in Rendsburg, Büdelsdorf, Alt Duvenstedt, Osterrönfeld und im Amt Jevenstedt direkt an Stadtwerke-Leitungen, Fockbek, Westerrönfeld, Holtsee und Ahlefeld-Bistensee indirekt über Wasserrohre der jeweiligen Kommunen angeschlossen. Spehr nannte Zahlen: „Schwabe hat im vergangenen Jahr 850 000 Kubikmeter geliefert, Armensee 2,5 Millionen Kubikmeter.“ Die Trinkwassermenge aus dem Wasserwerk Armensee entspreche einem Prozent des Verbrauchs in Berlin, machte Spehr die Relationen deutlich.

Bei einer Führung durch das bestehende Wasserwerk erklärte Anatoli Krüger den Weg vom „Rohwasser“ zum „Reinwasser“. In Armensee, einem ausgewiesenen Wasserschutzgebiet, seien die Brunnen rund 30 Meter tief. „Dort sind Kiesschichten, in denen Wasser aus nordöstlicher Richtung fließt“, berichtete Krüger. Das hochgepumpte Wasser durchläuft Filteranlagen und wird dadurch zum Trinkwasser, das regelmäßig kontrolliert wird. Im kommenden Frühjahr soll der neue Reinwasserspeicher – dann unter einer dicken Erdschicht verborgen – eingeweiht werden.

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