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Landeszeitung

22. August 2017 | 02:29 Uhr

Internet : Netzausbau geht weiter

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das schnelle Internet kommt voran: Die Tiefbauarbeiten im Amt Hüttener Berge stehen kurz vor dem Abschluss. Insgesamt erstreckt sich das Netz über eine Länge von knapp 140 Kilometern.

Nur zwei Kilometer an Leerrohren müssen noch verlegt werden, dann können beim Breitbandzweckverband die Tiefbauarbeiten vorerst abgeschlossen werden. Wie Geschäftsführer Andreas Betz mitteilte, seien im Amtsbereich Dänischer Wohld bereits 100 Prozent aller Rohre – 50 Kilometer – in der Erde, im Amt Hüttener Berge fehlen noch 1,8 Kilometer und im Amt Dänischenhagen nur noch wenige hundert Meter. Insgesamt erstreckt sich das Netz über eine Länge von knapp 140 Kilometer.

Endlich realisiert werden kann die Querung der Bahntrasse in Owschlag. Die Ausschreibung dafür ist bereits erfolgt, ebenso die Submission. Weiteren Abstimmungsbedarf gibt es aber noch mit dem Land Schleswig-Holstein bezüglich der Kanalquerung, um auch die Südseite Sehestedts mit schnellem Internet versorgen zu können.

Zu Beginn der Sitzung wurde der Lindauer Jens Krabbenhöft als Vorsteher des Zweckverbands bestätigt. Neuer erster Stellvertreter ist Sönke Peter Paulsen (Schwedeneck). Er löst Wolfgang Steffen ab. Zweiter Stellvertreter bleibt Thorsten Schulz (Bünsdorf).

Von den rund 15 000 Haushalten in den drei Amtsgebieten Hüttener Berge, Dänischer Wohld und Dänischenhagen haben derzeit 1881 einen Vertrag mit der mr.net.group abgeschlossen. Online sind davon 1273.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 9,5 Millionen Euro. Die Förderquote beträgt 75 Prozent – etwa 7,1 Millionen Euro. Der Eigenanteil in Höhe von knapp 2,5 Millionen Euro finanziert sich über einen Kredit (1,7 Millionen Euro), der über Pachteinnahmen für das Leerrohrnetz refinanziert wird und einen Eigenanteil der 28 Gemeinden von insgesamt 770 000 Euro.

Kopfzerbrechen bereiteten dem Breitbandzweckverband zahlreiche Ablehnungsgründe der Deutschen Telekom. Knapp 80 Fälle aus unterschiedlichen Gemeinden liegen dem Verband vor, bei denen die Telekom eine Portierung durch die mr.net.group abgelehnt hat. Oftmals verweigere der Telefonanbieter die Portierung mit der Begründung, das Querkabel, das verschiedene Schaltverteiler untereinander verbindet, sei voll. Um die Bürger dennoch alle anschließen zu können, hat der Breitbandzweckverband beschlossen, Zubringertrassen für FttH -(Fibre-to-the-home)-Anschlüsse in den Fällen zu verwirklichen, bei denen die Telekom Portierungsaufträge abgelehnt hat. Bei FttH- Anschlüssen wird das Glasfaserkabel direkt ins Haus des Anschlussnehmers gelegt.

Seine Bürger ans Netz zu bringen und eine Breitband-Unterversorung im ländlichen Raum zu beseitigen – trotz Hürden durch die Telekom – entspreche schließlich der Philosophie des Breitbandzweckverbandes und seines Bürgernetzes, betonte Matthias Meins, Geschäftsführer des BZV. Am Beispiel der Gemeinde Bünsdorf (Aukamp) hat der Vorstand die Kosten für den FttH-Ausbau berechnet. Die Investitionskosten würden bei einer 980 Meter langen Trasse rund 53 000 Euro betragen. Die Gemeinde oder ein Dritter müsste sich mit zehn Euro pro Meter daran beteiligen. Der Anlieger zahlt für den Hausanschluss einmalig 300 Euro. Nach Ablauf der Tiefbaumaßnahme würde sich der Beitrag auf 1500 Euro erhöhen. Der beratende Gemeindeausschuss Bünsdorfs hat bereits dem Gemeinderat die Kostenbeteiligung empfohlen.

Genau gerechnet hat der Zweckverband auch bei einer Verlegung eines Leerrohres in Goosefeld. Das Besondere daran: die Gemeinde gehört nicht zum Verbandsgebiet. Aufgrund der Nähe zum Holtseer Ortsteil Lehmsiek ließe sich ein Anschluss aber durch den Bau eines knapp sieben Kilometer langen Leitungsnetzes realisieren. So zahlt mr.net services als Dienstleistungskonzessionär einen Beitrag von 107 500 Euro an den BZV für die Verlegung der Leerrohre. Nach den Berechnungen des Unternehmens ergibt sich eine Wirtschaftlichkeitslücke in Höhe von rund 140 000 Euro, die die Gemeinde zahlt. Da das Land aber finanziell die Wirtschaftlichkeitslücke des Betreibers fördert, erhält Goosefeld einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent.

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