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Försterei Haale : Naturalien für den Amtmann des Königs in Rendsburg

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Anfänge der Försterei Haale reichen zurück ins 16. Jahrhundert. 1700 Hektar gehören zum Einzugsgebiet.

Das 1704 Hektar große Gebiet der Försterei Haale ist reich an ökologisch besonders wertvollen Waldflächen, denn an manchen Stellen ist schon seit mehreren Jahrhunderten immer Wald gewesen. Die heutige Försterei Haale gehört zu den Kerngebieten der „alten Rendsburger Amtswaldungen“: Der Amtmann des dänischen Königs in Rendsburg wurde nachweislich mindestens seit 1560 mit Naturalien aus Haale versorgt.

Von der Anlegestelle am Kleiberg aus wurden Holz und Wild per Schiff über die Haaler Au und die Eider nach Rendsburg gebracht. Die Holzvogtei Haale hatte 1691 auch ganz in der Nähe der Au ihren Sitz: bei der staatlichen Domäne „Zur Lust“. Der Umzug der zu diesem Zeitpunkt etwa 700 Hektar großen Königlichen Holzvogtei auf den Wettersberg erfolgte 1773. „Schon damals hat man sich Gedanken gemacht, was für Baumarten hier wachsen sollen“, weiß Revierleiter Manfred Neuenfeldt, „Reste von über 200-jährigen Eichenbeständen wie zum Beispiel im Nordwesten des Großen Haaler Geheges zeugen aus jener Zeit.“

Nach dem Anschluss Schleswig-Holsteins an Preußen wurde in Haale eine Preußische Försterei installiert, und 1871 wurde auf dem Wettersberg das Förstereigebäude gebaut, das heute noch als Amtssitz des Revierleiters dient. Nach 1945 gab es viele Großkahlschläge für Reparationsleistungen und für die Brennholzversorgung. Dass das schnell wachsende Nadelholz, das man bei der Wiederaufforstung bevorzugte, nicht standortgerecht war, bekam man bei starken Stürmen in den 60er und 70er Jahren zu spüren. „Der Sturm, der 1962 die Sturmflut in Hamburg auslöste, sorgte in ganz Schleswig-Holstein für Chaos“, vermerkt Neuenfeldt, „1967/68 gab es weitere schwere Stürme.“ Die von diesen Orkanen verursachten katastrophalen Windwürfe in den Wäldern setzten einen Lernprozess in Gang. Man kam zu der Erkenntnis, dass „sich reine Nadelholzbestände auf unseren Böden als sehr labil erweisen“, erklärt Neuenfeldt: „Freiflächen wurden danach in standortgerechte Laubbaumbestockungen (meistens Eichen) umgewandelt.“

Nach der Auflösung der Forstwartei Luhnstedt wurden 1968 die Gehege Hamweddel und Schwabe (zusammen 85 Hektar) an die Försterei Haale angegliedert, durch Ankauf kamen in der gleichen Region noch einmal 90 Hektar hinzu, später auch die Gehege Holtdorf, Nienkattbek und Born-Brain (zusammen rund 700 Hektar). Nach der Auflösung des Forstamtes Barlohe war die Försterei Haale ab 2004 vorübergehend dem Forstamt Schleswig untergeordnet, bevor sich dann 2008 die ganze Organisation des Landeswaldes grundlegend veränderte: Mit der Gründung der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten fiel die Ebene der Forstämter komplett weg. Die Försterei Haale gab Ostermühlen (1991 angekauft) an die Försterei Drage und das Gehege Luhnstedt (2006 zugelegt) an die Försterei Mörel ab und erhielt dadurch ihren heutigen Zuschnitt mit einer Gesamtfläche von 1704 Hektar (Holzboden: 1623 Hektar, Jagdfläche: 1615 Hektar).


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