Natur und Musik in Harmonie

Ganz spontan machten auch viele Besucher überall auf dem Kolonistenhof-Gelände Musik zum Lauschen und Genießen.
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Ganz spontan machten auch viele Besucher überall auf dem Kolonistenhof-Gelände Musik zum Lauschen und Genießen.

Folkfest-Premiere auf dem Kolonistenhof voller Erfolg

shz.de von
03. Mai 2015, 14:43 Uhr

„Traumhaft, mit so vielen Besuchern haben wir nicht gerechnet.“ Joachim Krämer, Mit-Organisator und Moderator des ersten Folkmusik-Festes auf dem Kolonistenhof, war begeistert über den Ansturm auf die große Premiere. „Ohne Strom“ stand als Motto über diesem Folkfest am vergangenen Freitag. Angekündigt waren zwölf Gruppen, gekommen sind viele mehr. Tausende Menschen genossen die zauberhafte, historisch animierte Atmosphäre auf den Kolonistenhof. Hauptbühne und kleine Bühne im Gasthaus reichten nicht aus, um den Plan von einer halben Stunde Spielzeit pro Gruppe einzuhalten. Professionell vorbereitet, wurden auch alle Unwägbarkeiten durch den unerwartet großen Besucherstrom aufgefangen. Der Versuch, eine lange und zu Ende gegangene Tradition aus Rixdorf am neuen Ort fortzusetzen, ist in vorbildlicher Weise gelungen.

„Ohne Strom“ ließ sich nicht ganz durchhalten: ein E-Bass wurde in Ermangelung eines richtigen Kontrabasses bis zur natürlichen Lautstärke gefühlvoll verstärkt, das E-Piano vor der Bühne lief mit Akkustrom. „Ohne Strom“ verführte zum feinen Zuhören; forderte aber auch den Künstlern auf der Bühne „Kunst“ im Sinne von „Können“ ab, besonders bei den Gesangsstimmen. Entweder im Zusammenklang oder im Wettbewerb mit Gitarren, Geigen oder Blasinstrumenten. Das Motto des Kolonistenhofs „Miteinander und mit der Natur“ wurde jedenfalls erfüllt. Anders als bei kommerziellen Festivals, wo jede Band um beste Zeiten mit bombastischer Lautstärke um Aufmerksamkeit kämpft, lief der Tag in lockerer Stimmung ab.

Sogar auf dem Parkplatz wurde musiziert. Überall konnten die Gäste in wohlige Klänge eintauchen, hörten Bekanntes aus Folk- und Weltmusik und trafen immer wieder auf Musiker, die man gerade in anderem Zusammenhang gehört hatte. Alles Könner, überzeugte Spieler ihrer Instrumente, die großen Spaß hatten. Angefangen hatte der Tag mit „Folkorchester“ und Franz Organistas „Hüttenfolk“. Fantasievolle Namen gab es auf dem Programm zu lesen: „Cœurballa“, „Cumin“, „Das walte Hugo“; „Drubadings“, Folk di Watt“, „Landbubbers“ oder „Tasty Tunes“. Alles Musikgruppen mit Spaß am Improvisieren. Die Bandbreite des Angebots reichte vom Chor-Volkslied über Balkan-Folk bis zu Bardengesang. Die „Kanalpiraten“ animierten mit frechen Volks- und Trinkliedern zum Mitsingen, auch auf Plattdeutsch. Auf dem Kolonistenhof bot sich ein Landfest nach englischen Vorbild mit feiner Musik: Glückliche Gesichter überall.

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