Ahlefeld-Bistensee : Nährstoffe setzen dem Bistensee zu

Initiative für den Bistensee informierte über ihre Ziele. Messungen sollen klären, woher die Frachten kommen.

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02. April 2013, 10:20 Uhr

AHLEFELD-BISTENSEE | Über reges Interesse konnten sich die Gründer der Initiative für den Bistensee bei ihrem öffentlichen Treffen im "Meierhof" freuen. Ihre Bitte um Mithilfe fand Gehör und so kamen Einwohner aus beiden Ortsteilen sowie aus Holzbunge, um sich über das Vorhaben informieren zu lassen sowie an der Verbesserung der Wasserqualität des Sees mitzuwirken.

Zunächst brachte Seebesitzer Torsten Jarck mit Unterstützung des Vorsitzenden des Naturparkvereins Hüttener Berge Hans-Claus Schnack die Zuhörer auf einen Stand. "Es geht nicht so sehr um die Badequalität, sondern vielmehr um das gesamte ökologische Gleichgewicht des Sees", so Jarck. Die Situation sei nicht bedrohlich, aber in den vergangenen Jahren habe der Sauerstoffgehalt und damit auch der Artenreichtum des Sees abgenommen. Ein Grund seien hohe Nährstoffeinträge in den See durch die Auen, die nun ermittelt und reduziert werden sollen. Zum Beispiel durch Retensionsbecken wie am Wittensee, Ackerrandstreifen oder erweiterte Pufferzonen. Zwar verfüge der See über eigene Puffersysteme um ein gewisses Maß an Nährstoffen wie Phosphat oder Nitrat abzubauen, aber die vielen Buchten im See "erschweren einen gründlichen Wasseraustausch, dadurch wird die Regeneration des Sees verlangsamt", verdeutlichte Hans-Claus Schnack der im Zuge der Qualitätsverbesserung des Wittensees reichlich Erfahrung sammeln konnte.

"Wenn mehr Nährstoffe in den See gelangen, als er über natürliche Prozesse abbauen kann, dann gerät er irgendwann aus dem Gleichgewicht. So weit wollen wir es aber nicht erst kommen lassen", erklärte Torsten Jarck. Von Ämterseite bestünden bereits Messungen, die als Grundlage dienen sollen. Auch habe das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (LLUR) eine Checkliste mit Parametern für den Bistensee vorgegeben, die für Laien leicht nachvollziehbar seien und abweichende Tendenzen erkennbar machten.

Somit bestehe der nächste Schritt darin, an der Schothorster Au und der Sorge erste Messreihen durchzuführen, natürlich in Absprache mit den Grundstücksbesitzern und dem Wasser- und Bodenverband als Eigentümer der Auen. Es soll herausgefunden werden, woher die Nährstofffrachten kommen und wie hoch sie sind. Neun Freiwillige meldeten sich, die demnächst in das Verfahren und die Bedienung der Messgeräte eingewiesen werden. Ob es sich bei den Geräten um Neuanschaffungen handeln wird oder ob man die von der Kreiswasserbehörde zur Verfügung gestellten Geräte instandsetzt, soll noch geklärt werden.

Von den beiden ersten Spenden in Höhe von jeweils 500 Euro, zur Verfügung gestellt von der Bistensee Energie und von Torsten Jarck, Fischerei und Campingplatz Bistensee, könne die Erstausstattung getätigt werden. Sollten Laboruntersuchungen von Wasserproben notwendig werden, sei man auf weitere Spenden auf das Konto beim Naturparkverein angewiesen.

Wichtig sei ein gutes Miteinander, "denn nur gemeinsam können wir etwas für den See erreichen", betonte Jarck. Vorteil der Initiative sei, dass Maßnahmen direkt und ohne langwierige behördliche Verfahren vor Ort umgesetzt werden könnten, hob Hans-Claus Schnack hervor. Er begrüße sehr das Engagement der Einwohner und versprach mit dem Naturparkverein jederzeit für Hilfe und Rat zur Verfügung zu stehen.

Wer mitmachen möchte oder noch Fragen hat, kann sich bei Torsten Jarck 04353/886, Jan-Christian Schlüter 04353/ 998566 oder Stefan Hecht 04353/998412 melden. Und auch Spenden sind weiterhin willkommen.

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