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Rendsburg : Nächste Pleite im Bullentempel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Geringes Besucherinteresse – Kneipen-Pächter Wolfgang Fidelak hört auf. Nachfolger steht bereit. Konzerte werden nicht abgesagt.

Ende einer kurzen Ehe: Die Stadt sucht nach einem neuen Pächter für die Gastronomie in der Nordmarkhalle. Wolfgang Fidelak, seit Beginn des Jahres Inhaber der Gaststättenerlaubnis, scheidet nach nur neuneinhalb Monaten aus. Er habe den auf drei Jahre angelegten Vertrag zum 15. September gekündigt, bestätigte Fidelak gestern auf LZ-Anfrage. Als Grund gibt der Kneipier den schlechten Besucherzuspruch im ersten halben Jahr an. „Das Programm wurde nicht so angenommen, wie wir gehofft hatten“, sagte der ehemalige Tourneebus-Fahrer, der zusammen mit seinem Geschäftspartner Harald Poerschke durch Konzerte und Veranstaltungen auch unter der Woche neuen Schwung in die Nordmarkhalle bringen wollte. Mit mäßigem Erfolg: Zu einem Konzert im April erschien sogar nur ein einziger Besucher (wir berichteten).

Die Trennung sei im Einvernehmen mit der Stadt erfolgt, gab Fidelak an. Die bereits angekündigten Konzerte, für die der Vorverkauf läuft, sollen stattfinden, betonte er. Er wolle in Rendsburg weiter als Veranstalter von Musikevents auftreten. Nur nicht mehr als Pächter der Gastwirtschaft im Obergeschoss der Nordmarkhalle.

Bürgermeister Pierre Gilgenast wollte die Trennung nicht bestätigen, zu Vertragsangelegenheiten dürfe er sich nicht äußern. „Wenn es so wäre, müsste zunächst der Senat informiert werden.“ Nach LZ-Informationen ist ein gerichtliches Nachspiel nicht ausgeschlossen, da Fidelak einen Teil der Pacht nicht gezahlt haben soll. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, sagte der bisherige Betreiber auf die Frage, wie es nach der Kündigung weitergehe.

Ein Nachfolger steht unterdessen in den Startlöchern. Nach LZ-Informationen ist es ein Gastwirt, der sich bereits vor einem Jahr um den Getränkeausschank in Rendsburgs größter Veranstaltungshalle beworben hatte, im Senat dann aber den Kürzeren zog. Ob er jetzt den Zuschlag erhält, entscheidet das Gremium, das über grundlegende Änderungen in der Halle beschließt, voraussichtlich am Donnerstag, 17. September. Das neue Kapitel passt in die von Wendungen und Skurrilitäten geprägte jüngere Geschichte des Bullentempels. Vorgänger von Fidelak war Frank Lange, der 22 Jahre Gastwirt in der Halle war. Dem Auslaufen seines Vertrags ging ein Rechtsstreit voraus. Ende 2012 hatte die Stadt ihn des Hauses verwiesen – nach Auffassung der Eigentümer vertragskonform, nach Ansicht von Lange widerrechtlich. Er wollte die Halle fünf weitere Jahre betreiben. Doch im Rathaus warf man ihm vor, nicht genügend ins Gebäude investiert zu haben. Vor Gericht kam es zum Vergleich: Lange durfte die Halle neun Monate mietfrei nutzen – bis zum 31. Dezember 2014 und der Übergabe an Fidelak. Inzwischen streitet sich Lange mit der Stadt um Namensrechte. Der Ex-Pächter hat die Bezeichnung „Bullentempel“ als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt eintragen lassen. Zwei Tage vor Ablauf der Widerspruchsfrist Mitte April legte die Stadt Rendsburg offiziell Veto ein. Seitdem warten die Beteiligten auf eine Nachricht aus München – bis gestern war im laufenden Widerspruchsverfahren noch nichts entschieden.

 

 

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erstellt am 04.Sep.2015 | 09:57 Uhr

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