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Basketball : Nächste Chance für Rohwer in der Bundesliga

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der ehemalige Jevenstedter Björn Rohwer träumt weiter von einer Karriere als Basketballprofi. Der 21-Jährige, der im Sommer 2015 vom BBC Rendsburg zu Ratiopharm Ulm wechselte, pendelt zwischen 1. und 2. Liga hin und her.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2016 | 06:00 Uhr

Eigentlich wollte Björn Rohwer ein paar ruhige Tage bei seinen Eltern in Jevenstedt verbringen. Das nächste Punktspiel in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd mit den Weißenhorn Youngstars bei den Bayer Giants Leverkusen war erst für den 8. Januar des neuen Jahres terminiert. Genügend Zeit also für den 21-Jährigen, der im Sommer 2015 vom BBC Rendsburg zum Bundesligisten Ratiopharm Ulm gewechselt war und seitdem ständig zwischen der ersten (Ulm) und zweiten Mannschaft (Weißenhorn) hin- und herpendelt, die Familie und alte Freunde zu besuchen. Und um noch einmal das Twisters-Trikot überzustreifen. Beim Revival-Game am Vorweihnachtsabend erzielte Rohwer 16 Punkte für das Allstar-Team, konnte aber letztlich auch nicht die 82:87-Niederlage gegen die aktuelle Mannschaft der Twisters verhindern (die LZ berichtete).

Doch unverhofft muss Rohwer heute seinen Kurzurlaub wieder beenden. Beim 87:79-Erfolg im Bundesliga-Gipfel beim FC Bayern München am Montagabend verletzte sich Ulms Nationalspieler Tim Ohlbrecht schwer am Knie, so dass er seinem Team vermutlich länger fehlen wird und Headcoach Thorsten Leibenath deshalb Rohwer für das Spiel der Ulmer am Freitag gegen Göttigen nachnominierte. „Ich habe das Spiel im Fernsehen angeschaut. Das ist natürlich bitter für Tim. Das wünscht man keinem“, sagt Rohwer, der dadurch aber eine neue Chance erhält, sich in der 1. Liga zu zeigen. „Natürlich bin ich auf der anderen Seite auch glücklich, wieder im Team zu stehen.“

Denn noch sind die Einsatzzeiten für den ehemaligen Jevenstedter in der höchsten nationalen Spielklasse überschaubar. Zuletzt stand der 2,12 Meter große Center am 21. Dezember beim 98:75-Sieg über Würzburg für 2:05 Minuten auf dem Feld. „In dieser kurzen Zeit kann man nicht so richtig zeigen, was man kann. Man versucht in erster Linie keine Fehler zu machen. Mehr erwartet der Trainer von den jungen Spielern aber auch nicht“, erklärt Rohwer, der in dieser Spielzeit bislang vier Punkte für die Ulmer in der Bundesliga erzielt hat.

Auch wenn der ganz große Durchbruch noch auf sich warten lässt, spricht Rohwer von der „richtigen Entscheidung“ vor eineinhalb Jahren die Familie und den BBC Rendsburg verlassen zu haben, um in Ulm sein Glück als Basketball-Profi zu versuchen. „Die Umstellung war am Anfang sehr groß. Statt drei- oder viermal die Woche zu trainieren, stehe ich nun oft zweimal am Tag in der Halle. Es dauert, bis sich Kopf und Körper daran gewöhnen. Es war doch klar, dass ich nicht auf Anhieb in der Bundesliga landen werde. Und mir fehlt ja auch noch ein einiges. Ich muss an Kraft und Gewicht noch zulegen und im Kopf noch schneller werden. Wichtig ist für mich ein gutes Training, in dem ich mich mit den Besten messen kann. Und das kann ich in Ulm.“ Spielpraxis sammelt Rohwer hauptsächlich beim Ulmer Nachwuchsteam, den Weißenhorn Youngstars, in der 2. Bundesliga Pro B Süd. Dort zählt er mit bislang 134 Punkten in zwölf Spielen zu den Leistungsträgern, so dass Leibenath ihn gelegentlich in der Bundesliga einsetzt. „Ein junger Spieler ist immer im Kader von Ratiopharm, manchmal auch zwei. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Mannschaften ist sehr gut.“

Im Sommer endet sein Kontrakt (vorerst) in Ulm. Rohwer: „Eine Entscheidung, wie es weitergeht, wird wohl erst im Frühjahr fallen.“ In jedem Fall wird der ehemalige Jevenstedter weiter auf die Karte „Basketball-Profi“ setzen. „Das ist mein großer Traum. Ich will mich durchbeißen.“ Und deshalb werden ruhige Tage bei den Eltern in Jevenstedt wohl vorerst auch eine Seltenheit bleiben.

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