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Verkehrslage auf A7 : Nadelöhr Rader Hochbrücke - Tunnelröhre bleibt wohl dicht

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Die Arbeiten an den Brückenpfeilern der maroden Rader Hochbrücke kommen schneller voran als gedacht. Trotzdem ist die Verkehrslage fatal.

Rendsburg | Brücke oder Tunnel? Welcher Weg über den Kanal ist noch frei? Die Frage, die tausende Pendler in und um Rendsburg derzeit jeden Tag aufs Neue beschäftigt, stellte sich für Dr. Frank Nägele nicht. Der Staatssekretär im Kieler Verkehrsministerium nahm die Bahn, um schnell von Kiel ins Rendsburger Rathaus zu kommen. Dort hatte Bürgermeister Pierre Gilgenast über die Verkehrslage im Großraum nach der Teilsperrung der Rader Hochbrücke informieren wollen. Fazit der Gesprächsrunde, an der auch die Fraktionsvorsitzenden von SPD, CDU, Grünen und Modernes Rendsburg sowie ein Mitglied der Linken teilnahmen: Eine schnelle Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Mindestens bis Ende Oktober dürfte das "Worst-Case-Szenario", wie CDU-Ratsfrau Anja Ilgenstein es nannte, anhalten.
Immerhin kommen die Arbeiten zur Verstärkung und Sanierung der 28 Brückenpfeiler schneller voran als gedacht. "Komplett abgenommen ist ein Pfeiler, zwei weitere sind im Prinzip fertig", so Harald Haase, Sprecher des Verkehrsministers, am Mittwochabend. Eine provisorische Öffnung der im Umbau befindlichen Oströhre des Kanaltunnels erscheint unterdessen unwahrscheinlich. Die Entscheidung darüber wird nächste Woche erwartet. Die notdürftige Ausstattung der Westhälfte mit Entwässerung, Beleuchtung, Kameraüberwachung und einer neuen Asphaltdecke wäre zwar in vier bis sechs Wochen machbar. Sie würde nach Gilgenasts Einschätzung die gesamte Bauzeit jedoch um sechs bis acht Monate in die Länge ziehen. Auf die Nachfrage von Helge Hinz (SPD) an Nägele, warum nicht längst intensiver am Tunnel gearbeitet werde, auch an Wochenenden, verwies der ranghohe Beamte auf die zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. "Auf die Tunnelbaustelle haben wir keinen Einfluss."

Erste Lockerungen auf der Hochbrücke im September

Anders an der Brücke: Hier sei "ein schneller Rückbau aller Teilsperrungen" das Ziel, so der Staatssekretär. Möglicherweise könne schon zur Norla (5. bis 8. September) eine erste Lockerung der Beschränkungen erreicht werden. Denkbar ist etwa die Öffnung einer dritten Spur für Pkw. Gearbeitet werde 14 bis 15 Stunden täglich, so Nägele. Nachtschichten seien aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Auch könne nicht mehr als ein Unternehmen gleichzeitig ans Werk gehen. "Da geht es auch um Gewährleistung. Außerdem bekommen wir den Stahl nicht so schnell." An der Nordseite werde an vier Stahlkorsetts gearbeitet. Das Material für 14 weitere Ummantelungen soll in dieser Woche über Brunsbüttel angeliefert und passend zugeschnitten werden.
Um das Verkehrschaos auf der Umleitungsstrecke in Grenzen zu halten, soll die Beschilderung verbessert werden. Sechs mehrsprachige Hinweistafeln werden nach Angaben aus dem Ministerium bis zum 12. August montiert und entsprechende Warn-Anhänger ersetzen. Nägele: "Wir arbeiten hier am offenen Herzen, das wissen wir, werden aber jede Möglichkeit nutzen, um den Verkehr aus der Stadt rauszuhalten."
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Weströhre des Tunnels sei geschlossen. Das ist falsch: Die Oströhre ist wegen Sanierungsarbeiten gesperrt.

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erstellt am 09.Aug.2013 | 12:28 Uhr

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