Imland-Klinik : Nadelöhr Kanaltunnel: Krankenhaus beklagt Millionen-Umsatzverlust

Um nicht in Staus auf den Straßen rund um Rendsburg zu geraten, mieden Rettungswagen die Imland-Klinik in den vergangenen Monaten. Dadurch entstand ein hoher Umsatzverlust.
Um nicht in Staus auf den Straßen rund um Rendsburg zu geraten, mieden Rettungswagen die Imland-Klinik in den vergangenen Monaten. Dadurch entstand ein hoher Umsatzverlust.

Rettungswagen meiden die Rendsburger Klinik wegen der Staugefahr. Die Folge ist ein Umsatzverlust von „weit über einer Million Euro“.

shz.de von
07. April 2014, 12:00 Uhr

Bevor die Rader Hochbrücke im Sommer 2013 für Lastwagen gesperrt und der Rendsburger Kanaltunnel dadurch zum Nadelöhr mit täglich kilometerlangen Staus wurde, hatte Martin Wilde noch mit „einem richtig guten Geschäftsjahr“ gerechnet. Doch dann habe sein Haus viele Patienten verloren, weil die Rettungswagen die vom Verkehrsinfarkt bedrohten Straßen rund um Rendsburg mieden. Sie brachten die Akut-Patienten stattdessen in umliegende Kliniken, etwa in Kiel, Neumünster oder Heide. Obwohl diese Orte weiter entfernt sind, waren sie wegen der Verkehrssituation schneller zu erreichen als Rendsburg. „Seitdem haben wir weit über eine Million Euro an Umsatz verloren“, sagt Martin Wilde. „Das war das schlechteste Geschäftsjahr, seitdem ich die Geschäftsführung vor acht Jahren übernahm.“ Seitdem die Brücke im November wieder geöffnet wurde, sei es etwas besser geworden, normalisiert habe sich die Lage jedoch noch lange nicht.

Einen Vorwurf könne er deshalb nicht machen, denn die Rettungswagen müssen ihm zufolge bei Notfällen den schnellsten Weg nehmen. Der Rückgang der Patientenzahlen wirke sich so stark aus, weil im Krankenhaus im Schichtbetrieb gearbeitet werde. „Ich kann das Personal nicht einfach nach Hause schicken“, erklärt Wilde. Mit etwa 90 Millionen Euro im Jahr sei das Personal einer der größten Kostenfaktoren im Klinikbetrieb.

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