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Kanaltunnel : Nachtschicht für eine saubere Röhre

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Großreinemachen und Reparaturen in der stark beanspruchten Westhälfte des Kanaltunnels. Sanierung nebenan soll im Sommer abgeschlossen sein.

Mal schnell von Rendsburg nach Westerrönfeld, das ging in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag nicht – zumindest nicht für Autofahrer. Wegen einer Reinigung der Tunnelröhre unter dem Kanal war die Durchfahrt in beide Richtungen für sieben Stunden gesperrt. Fahrzeuge wurden von Sonnabend 21 Uhr bis Sonntag 5 Uhr über die Rader Hochbrücke und über die Kanalfähren umgeleitet.

Im Durchschnitt drei Mal im Jahr wird der Straßentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal einer Säuberung unterzogen. Zudem werden dann nötige Wartungs- und Reparaturarbeiten ausgeführt. Seit Beginn der Großsanierung im Sommer 2011 ist dazu eine Vollsperrung nötig, weil wegen der Bauarbeiten an der Oströhre der gesamte Verkehr auf der Bundesstraße   77 durch die Weströhre fließt.

Eine Reparaturkolonne des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Kiel-Holtenau unter Leitung von Karsten Runge machte sich am Sonnabend ab 21 Uhr an die Arbeit. Acht WSA-Handwerker wurden von zwei Mitarbeitern des Umwelt- und Technikhofs der Stadt mit Kehrwagen unterstützt. Runge: „Fünf bis acht Tonnen Sand, Laub und Müll kommen jedes Mal zusammen.“

Ein Schwerpunkt bei der Reinigung liegt auf dem Freischaufeln des Rinnensystems am Fahrbahnrand, damit das Oberflächenwasser ungehindert ablaufen kann. Sonst bestehe bei Starkregen die Gefahr von Aquaplaning im Tunnel, stellte Runge fest. Nicht nur Sand und Laub sind in der Wasserrinne zu finden. Auch auf Radkappen, Anhängerbolzen und sogar Brieftaschen stoßen die WSA-Mitarbeiter bei ihrer Arbeit.

Das Putzen der Tunnelbeleuchtung erledigt ein Zwei-Mann-Team, das auf einem Gerüst auf der Ladefläche eines Lkw von Lampe zu Lampe gefahren wird. Mit einem Hochdruckreiniger und einem Besen wird jedes Glas gesäubert. „Die Lichtstärke kann geregelt werden. Wenn die Lampen sauber sind, brauchen wir weniger Energie für die gleiche Lichtausbeute“, erklärte Runge.

Defekte an der Beleuchtung behob Thomas Henschel. Der Betriebselektriker überprüfte und reinigte auch jede Kamera, über die von den beiden Leitständen aus jeder Bereich des Tunnels beobachtet wird. Eine Kamera wurde ausgetauscht. Nachdem die Kehrwagen ihre Arbeit erledigt hatten, wurden Risse und Schlaglöcher in der Fahrbahn mit kaltem Asphalt repariert. An der südlichen Tunnelzufahrt wurden in der Nacht zudem Betonelemente am Fahrbahnrand eingesetzt. Diese waren zu Beginn des Winters entfernt worden, um Räumfahrzeugen das Wegschieben von Schnee zu ermöglichen.

Unterdessen gehen die Arbeiten an der Oströhre heute weiter. Am südlichen Tunnelportal wird in dieser Woche ein Betonsockel gegossen, auf dem später Leitplanken montiert werden. Nach Angaben von Sönke Meesenburg, dem Leiter der für die Tunnelsanierung zuständigen Planungsgruppe beim WSA, liege man im Zeitplan. Voraussichtlich Mitte des Jahres könne die Oströhre für den Verkehr freigegeben werden. Danach blieben noch eineinhalb Jahre Zeit, um das zu schaffen, was Staatssekretär Enak Ferlemann im Februar versprochen hatte. Der hohe Beamte im Bundesverkehrsministerium hatte bei einem Besuch im Kreishaus angekündigt, dass der Tunnel Ende 2016 fertig sein werde.

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erstellt am 16.Mär.2015 | 06:00 Uhr

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