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Sanierung der Weströhre : Nachtarbeit rettet Zeitplan des Rendsburger Kanaltunnels

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In der Weströhre waren die Betonschäden größer als erwartet, Firmen deshalb rund um die Uhr im Einsatz. Laut Kanalamt soll es aber keine Verzögerung geben.

Westerrönfeld | Es geht voran im Kanaltunnel: Für die Monate der Sanierung wurde ein provisorisches Dach über dem südlichen Tunneleingang errichtet. Unterhalb der schrägen Behausung aus Wellblech befinden sich die sogenannten Rasterbalken – mächtige Sonnenblenden aus Beton, die dem Autofahrer Zeit geben sollen, sich beim Wechsel von Draußen nach Drinnen (und umgekehrt) an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen. In diesen Tagen werden die Querträger von der Patina vergangener Jahrzehnte befreit, buchstäblich unter Hochdruck. Ein Arbeiter mit Gummistiefeln, Schutzhose und Maske trägt den Dreck mit gebündelter Wasserkraft gezielt ab.

Die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels sorgt für viele gestresste Autofahrer. Zusätzlich zur notwendigen Behinderung durch Baustellen blockieren immer wieder Fehlplanungen und Pannen das Nadelöhr unter dem Nord-Ostsee-KanalMario Barth führte die Dauerbaustelle auf RTL vor.

Seit fünf Monaten rücken Spezialfirmen der westlichen Hälfte des Kanaltunnels zu Leibe. Die Sanierung kommt offenbar voran. Denn anders als bei der Oströhre meldet das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau: wir liegen im Zeitplan. In der Behörde geht man davon aus, den Tunnel Ende Februar 2020 wieder vierspurig dem Verkehr übergeben zu können – mehr als acht Jahre nach Beginn der Arbeiten.

„Wir sind im Wesentlichen im Plan“, sagte Bauingenieur Oliver Poppe, der Baubevollmächtigte beim WSA für die Tunnelsanierung. Zwar fielen die Schäden im Beton der alten Weströhre an vielen Stellen größer als erwartet aus. Durch Sonderschichten wurde ein zeitlicher Verzug, der auch andere Gewerke behindern könnte, aber abgewendet.

„Der Umfang der Schäden war größer als in der Oströhre“, meldete Poppe bei einem Ortstermin am Westerrönfelder Tunnelausgang am Dienstag. „Den Mehraufwand haben wir durch Arbeit auch in der Nacht aufgefangen.“ An drei bis vier Wochen im Mai, so der WSA-Ingenieur, seien Baufirmen in der Weströhre rund um die Uhr im Einsatz gewesen.

Zunächst entfernten Roboter den Brandschutzanstrich. Danach trugen Arbeiter mit Hochdruck-Wasserstrahl die Betonoberfläche ab. Schadstellen an den Wänden wurden mit Spritzmörtel aufgefüllt. Als nächster Arbeitsschritt werden Spezialmatten aus Metall verlegt und mit einer weiteren Schicht aus Beton verkleidet. Die sogenannten Anodengitter sind elektrisch leitend und schützen den Stahlbeton langfristig vor Zersetzung.

Allein für diese Phase der Grunderneuerung werden ein bis zwei Monate veranschlagt. Bis Ende des Jahres sollen alle Wände instandgesetzt sein. 2018, im zweiten Jahr der Bauarbeiten in der Weströhre, wird die Tunnelsohle ertüchtigt. Im darauffolgenden Jahr ist die Betriebs- und Verkehrstechnik an der Reihe. Dazu gehören unter anderem Brandmelder, Lüftungen, Lautsprecher, Handy- und Rundfunksender, Verkehrszeichen und Kameras.

Zu den voraussichtlichen Gesamtkosten wollte sich Poppe nicht äußern. Im Januar war die Kanalverwaltung von 80 Millionen Euro ausgegangen.

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erstellt am 05.Jul.2017 | 11:57 Uhr

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