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Autohaus in Rendsburg : Nach Großfeuer: Ermittler geben Fräter-Ruine frei

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Versicherung schätzt den Schaden auf zwei Millionen Euro - und damit doppelt so hoch wie ursprünglich angenommen. Die Planungen für den Wiederaufbau haben begonnen. Der Betrieb läuft weiter.

Drei übereinander gestapelte, ausgebrannte Autowracks auf dem Hof von Opel Fräter in der Kollunder Straße zeugen von dem Großfeuer, der letzte Woche Dienstag die Werkstatt des Autohauses zerstörte. Der Schaden wird mittlerweile auf zwei Millionen Euro geschätzt. Während bis gestern Brandermittler des Landeskriminalamtes und der Versicherung nach der Ursache des Feuers suchten, laufen die Planungen für den Wiederaufbau bereits auf Hochtouren. Nachdem die Polizei gestern den Brandort freigab, kann ein Neubau der Werkstatt und Lagerräume beginnen.

Das Autohaus Fräter besteht aus zwei gegenüberliegenden Verkaufshallen, von denen eine durch das Löschwasser beschädigt wurde. Hinter dem intakten Gebäude soll eine zehn mal zehn Meter große provisorische Halle entstehen. „Sie kann innerhalb einer Woche aufgebaut werden“, sagte Geschäftsführer Thomas Stabe. Der Bereich soll mit zwei Hebebühnen ausgestattet werden und vorübergehend den Kundendienst beherbergen. Außerdem hat Stabe ab heute eine Werkstatt in der Nähe des Autohauses angemietet.

Die Pläne der Geschäftsführung gehen bereits über eine provisorische Lösung hinaus. Architekt Ralf Dieter Ladwig hat mit Entwürfen für eine neue Werkstatt begonnen. „In einem Monat sind sie fertig.“ Danach werde der Bauantrag bei der Stadt eingereicht. „Das wichtigste ist, mit dem Wiederaufbau so schnell wie möglich zu beginnen.“

Dem Neubau steht seit gestern Nachmittag nichts mehr im Weg. Die Polizei gab die Brandstelle frei. Dieser Schritt hatte sich vorher wegen der einsturzgefährdeten Halle verzögert. Bei einer ersten Begehung war festgestellt worden, dass der Weg in die Überreste des Gebäudes nicht sicher war. Gestern rückte dann ein Bagger die Trümmer zur Seite, sodass die Gutachter an die zerstörte Werkstatt gelangen konnten. „Nach so einem Großfeuer gucken wir, was noch existiert und untersucht werden kann“, erklärt Carsten Stange, Brandermittler der Rendsburger Kriminalpolizei. Deswegen konzentrierten sich die Untersuchungen zunächst auf die Überreste einer Heizungsanlage, die aus den Mauerresten heraus geschweißt wurde. Wie sich jedoch im Laufe der Nachforschungen zeigte, war sie nicht der Grund des Feuers. „Die eindeutige Ursache ist noch nicht klar“, so Stange. „Für Brandstiftung haben wir keine Anhaltspunkte.“ Die Gutachter gehen bei ihren weiteren Untersuchungen von einem technischen Defekt aus.

Wie wichtig die Freigabe der Brandstelle war, machte Thorsten Bartholl von der zuständigen Axa-Versicherung deutlich. Denn ohne Erlaubnis durch die Polizei können Aufräumarbeiten nicht beginnen. Den Abriss der zerstörten Gebäude organisiert die Versicherung. Dazu schreibt sie eine Woche lang den Auftrag aus. Nach Vergabe an ein Unternehmen werde es eine weitere Woche dauern, ehe die Beseitung der Trümmer beginne, so Bartholl.

Im Gegensatz zu früheren Schadensmeldungen, die den Verlust mit einer Million Euro bezifferten, schätzte Bartholl den Schaden auf zwei Millionen Euro. „Innen ist nichts mehr zu gebrauchen.“ Das Löschwasser war mit Chlor versetzt und ist deswegen aggressiv gegenüber den Baumaterialien. Obwohl die Verkaufshalle von den Flammen verschont blieb, muss sie saniert werden, weil das Wasser-Chlor-Gemisch in den Boden sickerte. Die Kupferrohre der Fußbodenheizung wurden beschädigt. Deswegen muss der gesamte Estrich aufgestemmt werden.

Unterdessen läuft das Geschäft weiter. Meister und Monteure sind vor Ort. Die Geschäftsführer Thomas Stabe und Hauke Kohrt hat der Großbrand nicht entmutigt. Kohrt dazu: „Wir blicken absolut optimistisch in die Zukunft.“

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erstellt am 13.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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