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Spendenkonto eingerichtet : Nach Feuer in Einfamilienhaus: Alt Bennebek trauert um Julian

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Drama um das fünfjähre Brandopfer erschüttert die Gemeinde. Amt Kropp-Stapelholm hat Spendenkonto eingerichtet.

von
erstellt am 28.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Alt Bennebek | Es ist still am Unglücksort in Alt Bennebek. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr rollen Schläuche ein, eine Nachbarin läuft mit einem Stofftier auf und ab. Ihre Kinder, sagt sie, gehen heute nicht zu Schule – zu entsetzlich ist das, was sie am Sonnabend und Sonntag mitbekommen haben, als das Nachbarhaus brannte und sich dann herausstellte, dass der fünfjährige Julian in den Flammen uns Leben gekommen war. „Während des Einsatzes bekommt man die Dramatik des Geschehens gar nicht so mit“, sagt Feuerwehrmann Thies Hinrichsen mit einem Blick auf die noch qualmenden Trümmer des komplett zerstörten Hauses. Feuerwehrleute müssen im Notfall zunächst einmal funktionieren. „Der Schrecken kommt später“, sagt Hinrichsen, „aber er kommt. Ganz sicher.“

Das Haus, in dem der Junge zusammen mit seiner Großmutter, der Mutter und seinem älteren Bruder gewohnt hatte, ist mit rot-weißen Bändern abgesperrt worden. Hier hat jetzt ausschließlich die Kriminalpolizei das Sagen, die nach der Brandursache sucht. Ausgebrochen ist das Feuer offensichtlich im Erdgeschoss – in dem Bereich, in dem sich auch das Kinderzimmer befand. Anders als zunächst gerüchteweise verbreitet, war die Familie anwesend, als das Feuer am Sonnabend kurz nach 17 Uhr ausbrach. Eigene Löschversuche blieben erfolglos.

Als die Feuerwehr alarmiert wurde und nur wenige Minuten später eintraf, war es zu spät: Wegen der gewaltigen Hitzeentwicklung konnten die Retter das Haus nicht mehr betreten. Im Laufe der Zeit kamen rund 200 Rettungskräfte von Feuerwehren, Rotem Kreuz, Johannitern und Polizei zusammen. Nachdem im ganzen Dorf und der Umgebung vergeblich nach dem vermissten Jungen gesucht worden war, wurden sich alle ihrer Hilflosigkeit bewusst.

„Da standen nun so viele bestens ausgebildete Menschen – und konnten nicht helfen. Das ist schon sehr bitter“, berichtet Alt Bennebeks Wehrführer Hans-Stefan Sievers. Sievers und Hinrichsen bekennen, dass sich nach solch dramatischen Einsatz die Feuerwehrleute immer wieder die Frage stellen, ob sie wirklich alles getan haben, um das Schlimmste zu verhindern, und ob es anders gelaufen wäre, wenn sie früher am Einsatzort hätten sein können. „Tatsache ist“, so Hinrichsen, „dass wir nach der Alarmierung sehr schnell vor Ort waren. Wir haben unseren Leuten gesagt, dass sie alles richtig gemacht haben. Und das ist auch der Fall.“

Für den kleinen Julian kam die Hilfe dennoch zu spät. Der Junge, im Mai 2009 im Rettungswagen auf dem Weg ins Schleswiger Krankenhaus auf einem Rastplatz in Busdorf geboren, wurde am Sonntag in den Trümmern des Hauses gefunden. Es war der Tag, an dem sein Bruder eigentlich seinen Geburtstag feiern wollte. Die Gedanken der knapp 350 Einwohner im Dorf sind zurzeit bei dem kleinen Julian und der Familie, die bei Verwandtschaft in Alt Bennebek untergebracht ist.

Schon gestern zeigte sich, dass zu der Trauer auch große Hilfsbereitschaft kommt. Die wird vom Amt Kropp-Stapelholm koordiniert, wie Bürgermeister Armin Falkenhorst mitteilte. „Das Amt kann alle Hilfsmaßnahmen von der Betreuung über das Jugendamt bis zum Kontakt mit der Kirche herstellen“, sagt er. Der Bürgermeister bittet von Sachspenden abzusehen, über eine finanzielle Unterstützung der Familie aber würde man sich freuen. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet (siehe unten).

Unterdessen laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei weiter. Die Beamten suchen nach der Brandursache und versuchen, die Geschehnisse am Unglückstag zu rekonstruieren. Nach Ende der Untersuchungen kann das Unglückshaus abgerissen werden.

Spendenkonto:
Nord-Ostsee Sparkasse:

Iban: DE 32 2175 0000 00 40011951,

Verwendungszweck; 10/37990520, Brandopfer Alt Bennebek.

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