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Übung der Feuerwehr : Nach der Rettung warm eingemummelt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Hilfe-Gruppe der Hohenwestedter Feuerwehr probte die Rettung aus dem Eis. Kombination aus Leiterstücken und spine board bewährte sich.

Ein Mann ist im Eis eingebrochen und muss gerettet werden: Das war das Übungsszenario, das die „Hilfe vor Ort“(HVO)-Gruppe der Hohenwestedter Feuerwehr im Freibad „Ludwigslust“ mit Erfolg in Angriff nahm. Die HVO-Gruppe (englische Bezeichnung: first responder) wurde 2006 ins Leben gerufen. „Das ist das erste Mal, dass wir so eine Eisrettungsübung veranstalten“, erklärte HVO-Gruppenführer Stefan Kanschat, während seine Kameraden um 19.40 Uhr im Freibad alles für den Spezialeinsatz vorbereiteten: „Das ist eine gute Gelegenheit, all das einmal auszuprobieren, was uns für so einen Fall an Gerätschaften zur Verfügung steht, damit wir für so einen Einsatz vorbereitet sind.“

Hauke Binder trug schon den von der Berufsfeuerwehr Neumünster geliehenen Überlebensanzug, als er um 20 Uhr eine Motorsäge anwarf, um ein etwa ein Quadratmeter großes Loch in die zehn Zentimeter dicke Eisschicht des Schwimmerbeckens zu sägen. „Ich bin seit 1986 in der Wehr, und einen Einsatz zur Eisrettung haben wir in dieser Zeit nicht gefahren“, berichtete der stellvertretende Wehrführer Otto Grothmaack, während Stefan Kanschat darauf hinwies, dass so eine Übung sehr gut in die Jahreszeit passt: „Nach einer langen Frostperiode steigen die Temperaturen jetzt an, das Eis wird dünner und brüchiger, und somit steigt auch die Gefahr für solche Unfälle.“

Um 20.15 Uhr sprang Binder ins selbst gesägte Eisloch, und Kanschat gab das Startsignal für die Rettungsübung. Mirko Zietz robbte sich zunächst mit mehreren Steckleiterstücken an das „Opfer“ heran, das noch kräftig genug war, selbst die Leiter zu greifen und sich von den Kameraden am Beckenrand aus dem Eis ziehen zu lassen. Beim nächsten Versuch kam ein Rückenbrett (englisch: spine board) zum Einsatz, mit dem Zietz deutlich schneller Richtung Eisloch vorankam.

Als dann Löschmeisterin Juliane Höcker den Part der Retterin und Tarek Lüth die Rolle des Opfers übernahmen, setzten die Feuerwehrleute schon das bei den ersten Versuchen Gelernte in die Tat um. „Es hat sich gezeigt, dass eine Kombination aus Leiterstücken und spine board am effektivsten ist“, befand Kanschat. Alle neun Feuerwehrleute der HVO-Gruppe haben eine Ausbildung zum Betriebssanitäter absolviert, und darüber hinaus stehen fünf hauptberufliche Rettungsassistenten bereit, um das HVO-Team im Ernstfall zu unterstützen. „Wichtig ist, dass die Person von uns nicht aktiv bewegt wird, dass wir ihm die nassen Klamotten ausziehen, ihn in trockene Sachen einmummeln und ihm warme Getränke zuführen“, erklärte Kanschat seinen Kameraden, was sie bei der Erstversorgung eines aus eisigem Wasser Geretteten zu beachten haben. „Probieren geht über Studieren“, meinte der HVO-Gruppenführer und zog ein positives Fazit der Spezialübung: „Es gibt für so eine Eisrettung kein Patentrezept, wir haben die Situation nach anfänglichen Schwierigkeiten erfolgreich gemeistert und werden daraus unsere Schlüsse ziehen.“

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erstellt am 04.Feb.2014 | 17:49 Uhr

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