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Beringstedt : Nach dem Goggo drehen sich Frauen um

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Goggomobil-Stammtisch Nordlichter traf sich zur Saisonabschlussfahrt in Beringstedt. Nur auf die Autobahn traut sich mit dem Mini-Auto niemand mehr.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Wenn Goggos unterwegs sind, haben alle gute Laune: die Besitzer am Lenkrad sowieso, aber auch Passanten am Straßenrand oder andere Verkehrsteilnehmer. In Beringstedt war nun Start und Ziel der Saisonabschlussfahrt des „Goggomobil-Stammtischs Nordlichter“. „Mit so einem Goggo fällt man auf“, stellte Gastgeber und Rundfahrtplaner Karlheinz Rohwäder fest, „und die Leute, die einen sehen, haben immer ein Lächeln im Gesicht.“ Was insbesondere auf diejenigen zutrifft, die positive Erinnerungen mit der Produktionszeit des Goggomobils (1955-1969) verbinden.

„Das war die Zeit des Wirtschaftswunders“, vermerkte Rohwäder, „man kommt oft mit Leuten ins Gespräch, die zum Beispiel sagen: ‚Ich weiß noch, wie wir in so einem Goggo mit fünf Mann zu einem Ball gefahren sind’.“ „Der Goggo ist ein Auto, nach dem sich jede Frau umdreht“, weiß Jürgen Filehr aus Horst, „und für den Besitzer bedeutet ein Goggo Fahr-Feeling pur.“ „Mit so einem Spaß-Fahrzeug erregt man mehr Aufsehen als mit einem x-beliebigen Cabrio oder Sportwagen“, meinte Gerhard Böhmke aus Norderstedt, „wenn es bei einem Oldtimer-Treffen 25 schicke Cabrios und 30 Porsches gibt, dann ist so ein Goggo doch immer der wahre Hingucker.“

Wenn das stimmt, dann ist der Goggo von Reimer Loop der „Hingucker unter den Hinguckern“. Beim „Loopi-Cabrio“ handelt es sich nämlich um ein Unikat. „Das sollte ein Prototyp für einen Stadtwagen ohne Türen werden, mit dem man überall gut parken konnte“, erklärte Loop, der sein „Loopi-Cabrio“ vor 50 Jahren konstruierte, um als Fahrzeugbauer groß heraus zu kommen: „Es fehlte dann aber leider am nötigen Kapital.“ Der Hennstedter nutzte das Fahrgestell und den Motor eines 1958-er Goggos als Basis für sein originelles „Loopi-Cabrio“-Design: „Vorn sieht er aus wie ein Bugatti und an der Seite wie ein Auto aus einem Walt Disney-Trickfilm.“ Weshalb nachträglich auch noch Donald Duck als Kühlerfigur ergänzt wurde. Das „Loopi-Cabrio“ hatte 30 Jahre in einer Scheune gestanden, ehe es um 2000 herum wieder reaktiviert wurde.

„Mein Goggo war Jahrzehnte zerlegt in einer Waschküche untergebracht, ehe ich ihn 2001 gekauft und wieder zusammengebaut habe“, berichtete Filehr. Rohwäder hat seinen Goggo mit einem originalgetreuen Dachgepäckträger für Koffer und Zelt ausgestattet: „Mit so einem Auto sind die Leute in der Wirtschaftswunderzeit ja auch nach Italien gefahren.“ „Ich bin damals selbst mit dem Goggo ans Mittelmeer gereist“, erzählte Loop, „damals sind wir ganz selbstverständlich auf der Autobahn gefahren – das würde ich mich heute nicht mehr trauen, denn da wird man mit einem Goggo einfach übersehen.“ Bei Ausfahrten des „Goggomobil-Stammtischs Nordlichter“ ist als Nachhut der 50 Jahre alte Ford-Transit-Oldtimer der Feuerwehr Beringstedt dabei, damit die Goggo-Kolonne nicht übersehen wird. „Wir fahren nach dem Rosenheimer Abbiegesystem“, erläuterte Rohwäder, „das heißt: Der vorausfahrende Goggo legt die Strecke fest, und der zweite Goggo bleibt bei jedem Abbiegen stehen, zeigt für alle anderen die Richtung an und schert dann vor dem Feuerwehrauto wieder ein – so kann man keinen verlieren!“

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