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Rendsburger Waldkindergarten : Nach Behörden-Posse um Waldhütte: Grünes Licht für Kita-Bauwagen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rensburgs Sozialausschuss gewährt dem Waldkindergarten einen Zuschuss über maximal 14.200 Euro.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 06:57 Uhr

Rensburg | Rendsburgs Posse um den Waldkindergarten nimmt doch noch ein versöhnliches Ende: Der Waldkindergarten „Die Tummetotts“ kann beim Kauf eines Bauwagens auf die Hilfe der Stadt Rendsburg vertrauen. Der Sozialausschuss beschloss am Montagabend, das Projekt mit maximal 14.200 Euro zu fördern. Das entspricht knapp 75 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 19.000 Euro. Die restlichen 4800 Euro will der Trägerverein „Kind und Demokratie“ mit Hilfe von Spendern finanzieren und über Eigenleistungen aufbringen. Die Verwaltung befürwortete die Förderung. Die Mittel sollen über den Vermögenshaushalt außerplanmäßig bereitgestellt werden.

Mit der Ende Januar bekannt gewordenen Posse um den Waldkindergarten, der weder eine Hütte bauen noch einen Bauwagen kaufen durfte, hatten sich sogar die Landtagsfraktionen beschäftigt. Parteiübergreifend war daraufhin nach einer Lösung gesucht worden, mit der man den Waldkindern gerecht werden kann.

Die städtische Bauaufsicht hatte den Bau einer kleinen Holzhütte für die Kinder abgelehnt, unter der Berufung auf Paragraph 35 des Baugesetzbuches, das lediglich land- und forstwirtschaftliche Nutzung des Waldes erlaubt. Die Behörden-Entscheidung hätte das Aus für die Kindergruppe bedeuten lkönnen.

Der Bauwagen darf nicht als ständiger Aufenthaltsraum im Wald dienen. Nach den gesetzlichen Vorschriften ist es den Kindern und Betreuern ausschließlich erlaubt, ihn als Lager beispielsweise für Kleidung und Spielzeug zu nutzen. Ein kurzer Aufenthalt in dem Fahrzeug ist lediglich bei besonders schlechter Witterung gestattet – oder wenn ein Kind seine nass gewordene Kleidung gegen trockene tauschen möchte. Ursprünglich hatte der Trägerverein des Waldkindergartens den Bau einer fünf mal fünf Meter großen Holzhütte auf einer Wiese neben dem Gerhardshain beantragt. Das war an baulichen Vorschriften gescheitert. Auch einen Bauwagen durfte es zunächst nicht geben. Durch ein klärendes Gespräch zwischen Bürgermeister Pierre Gilgenast und den zuständigen Mitarbeitern des Innenministeriums kam jedoch Bewegung in die Sache. Ergebnis: Weil das im vergangenen Jahr in Kraft getretene neue Waldgesetz den naturpädagogischen Nutzen des Waldes betont, sei die Unterstützung von Waldkindergärten sinnvoll. Das ebnete den Weg für die Genehmigung eines Bauwagens.

Spielzeug, Lebensmittel, Getränke: Für die nötigsten Dinge, die die Waldkinder im Gerhardshain benötigen, steht Betreuerinnen und Eltern nur ein Bollerwagen zur Verfügung.
Spielzeug, Lebensmittel, Getränke: Für die nötigsten Dinge, die die Waldkinder im Gerhardshain benötigen, steht Betreuerinnen und Eltern nur ein Bollerwagen zur Verfügung. Foto: Dirk Jennert
 

Im Sozialausschuss gab es keine Diskussion über das Projekt. Zwei Minuten nachdem Vorsitzender Matthias Bruhn (SPD) den Tagesordnungspunkt aufgerufen hatte, kam es bereits zur Abstimmung. Einstimmig gaben die Vertreter aller Fraktionen die benötigten Gelder frei. Das allerdings war auch zu erwarten. Auch in Rendsburg bestand früh Einigkeit darin, etwaige gesetzliche Hürden möglichst unbürokratisch aus der Welt zu schaffen.

Mit der Freigabe der Mittel durch den Sozialausschuss ist die entscheidende Hürde für den Kauf des Bauwagens genommen. Eine Beratung in anderen Gremien ist laut Rathaus nicht vorgesehen. Jetzt fehlt nur noch die Baugenehmigung. Dafür ist wiederum die Stadtverwaltung zuständig. Bürgermeister Gilgenast hat dem Waldkindergarten eine zügige Bearbeitung zugesichert.

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