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Nach 60 Jahren ein Wiedersehen der "Pioniere"

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erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

TODENBÜTTEL | Die ehemaligen Mittelschüler, die sich 60 Jahre nach ihrem Abschluss in ihrer einstigen Schule wiedertrafen, waren seinerzeit Pioniere, denn sie waren 1953 die allerersten, die in Todenbüttel die "Mittlere Reife" absolvierten. "Wir waren damals eine Mittelschule im Entstehen", erklärte der pensionierte Englischlehrer Willi Soenke, der ebenfalls am Klassentreffen seiner ehemaligen Schützlinge teilnahm, "und als ich 1949 als Junglehrer nach Todenbüttel kam, war die Schule total überfüllt mit einheimischen und Flüchtlingskindern."

Aufgrund der akuten Raumnot wurde auch die erste Mittelschulklasse umquartiert: zuerst in die Gastwirtschaft Rohwedder nach Maisborstel, wo es aber "im Winter zu kalt war" (Soenke), dann in die Gastwirtschaft Mommsen-Brunneck und weiter in das Wohnzimmer einer alten Lehrerwohnung, wohin jeder Schüler seinen eigenen Stuhl von zu Hause mitbringen musste. "Wir Haaler mussten jeden Tag zu Fuß zur Schule nach Todenbüttel laufen", berichtete Kuno Hahn, "im Winter sahen die Haaler manchmal aus wie Schneemänner, wenn sie bei uns ankamen", ergänzte Rita Rau.

Als man 1948 zu einem Ausflug nach Amrum aufbrechen wollte, kam über Nacht die Währungsreform. "Da war unser gespartes Geld auf einmal nichts mehr wert, und die Fahrt musste ausfallen", erinnert sich Kuno Hahn. 1951 war das neue Mittelschulgebäude an der Hauptstraße in Todenbüttel fertig gestellt: Rita Rau und ihre Klassenkameraden bezogen den Neubau und absolvierten zwei Jahre später ihre "Mittlere Reife". Beim Besuch des gleichen Gebäudes konnte die Klasse von 1953 nun feststellen, dass der 1951er-Bau heute als Mensa genutzt wird.

Die weiteste Anreise zum Klassentreffen hatte mit rund 9000 Kilometern wie gewohnt Jürgen-Heinrich Ohrt aus Ventura im US-Bundesstaat Kalifornien. Nach den üblichen Klassentreffen zu "runden" Jubiläen kommen die einstigen Mittelschüler seit 2003 sogar alle zwei Jahre zusammen, und Ohrt hat nur eines dieser Treffen verpasst. Hans Trede reiste aus Aachen zur Wiedersehensfeier, die übrigen Jubilare hatten deutlich kürzere Anfahrtswege: Helga Bohn und Rita Rau aus Rendsburg (die dritte Rendsburgerin, Helga Armgardt, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mitfeiern), Gretchen Saß aus Nienborstel, Renate Müller aus Alt Duvenstedt, Helga Hinrichsen aus Haale, Kuno Hahn aus Neumünster-Einfeld, Hans-Joachim Gurski aus Gottesgabe, Ulrich Dierig aus Büsum sowie Dora Jaacks und Edwin Wackan (beide aus Todenbüttel).

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