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Gnutz : Mysteriöse Schriftbalken kamen über 2000 Kilometer bis nach Gnutz

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Lange hat er gerätselt, nun ist er wenigstens ein Stückchen weiter gekommen: Karl von Puttkamer weiß, dass die Bäume alle im frühen 19. Jahrhundert gefällt wurden und aus Nordschweden stammen.

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erstellt am 08.Aug.2014 | 09:00 Uhr

Lange hat er gerätselt, nun ist er wenigstens ein Stückchen weiter gekommen: Karl von Puttkamer, Museumsbesitzer aus Gnutz, hat seine Balken mit den mysteriösen Schriftzeichen (wir berichteten mehrfach) einer so genannten dendrochronologischen Untersuchung unterziehen lassen. Ergebnis: Die Bäume wurde alle im frühen 19. Jahrhundert gefällt und stammen aus Nordschweden – aus einer Gegend, die gut 2000 Kilometer entfernt von Gnutz ist.

Insgesamt vier Proben, alles Kiefernholz, wurde an eine Wissenschaftlerin in Petershagen bei Berlin geschickt. Drei Probestücke konnten Ergebnisse aufweisen, das vierte „hat weniger Jahresringe, lässt sich aber mit keiner Chronologie tragfähig synchronisieren“, heißt es in dem Gutachten. Zwischen 1724 und 1726 wurden die Bäume gepflanzt, ihr Fälldatum liegt bei nach 1800, 1823 und 1824. Zwei Kiefernbalken kommen aus Schweden beziehungsweise Nordschweden. Bei dem anderen Exemplar kann sogar der genaue Ort benannt werden: Arjeplog. Arjeplog ist der Hauptort in der gleichnamigen Gemeinde. Er liegt in der historischen Provinz Lappland im Norden Schwedens. Die Wissenschaftlerin gibt an, dass es sich bei den Probestücken, „um weit nördlich gewachsenes schwedisches Importholz handelt“. „Damit ist meine Vermutung bestätigt“, freut sich Karl von Puttkamer.

Die Ergebnisse der Untersuchung werfen aber auch wieder neue Fragen auf. „Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit kann ich beispielsweise nicht beantworten“, sagt von Puttkamer. Der Baum musste gekauft, gefällt und von der Stelle aufs Floss gebracht werden. Nach einer Schifffahrt wurde das Holz abtransportiert, am Hafen ein Lagerplatz gemietet, das Holz vierkantig geschlagen und ist schließlich irgendwie nach Gnutz gekommen. „Hat sich das rentiert?“, fragt sich von Puttkamer: „Oder sind die Balken doch auf einem anderen Weg in unsere Gegend gekommen?“ Fest steht, dass es Brücken, Straßen, Lkws oder ähnliches früher nicht gab. Südschweden als Herkunft der Balken wäre nach Ansicht von Puttkamers eigentlich logischer gewesen. „Denn Nordschweden ist schon ziemlich weit weg.“

Ein Freund hat nun ein Regionalmuseum im nordschwedischen Umeå ausfindig gemacht. Dorthin sollen Bilder mit den Schriftzeichen verschickt werden. „Ich hoffe, dass dort endlich einer helfen kann“, so Karl von Puttkamer, „oder zumindest eine Idee hat, wer weiterhelfen könnte.“

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