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Autoverkehr : Mutproben in der Herrenstraße

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine stark befahrene Kreuzung löst bei Senioren Schrecken aus: Die Kreuzung an der Materialhofstraße und Herrenstraße lässt sich nur schwer überqueren. Dieses Thema stand im Mittelpunkt einer Sprechstunde des Seniorenrats.

Autofahrer haben Vorfahrt. In einer Blechlawine rauschen Laster, Busse und Pkw von der Materialhofstraße um die Ecke und biegen in die Herrenstraße Richtung Bahnhof ein. Eine Seniorin steht auf dem Fußweg vor der katholischen Kirche. Die 80-Jährige will auf die andere Straßenseite, um den Stadtpark zu besuchen. Die alte Dame ist unsicher auf den Beinen und wartet lange, um eine Lücke zwischen den Wagen zu finden. Mühsam erreicht die Fußgängerin mit dem Rollator die Verkehrsinsel in der Mitte der vierspurigen Schnellstraße. Dann wagt sie sich mutig an die Überquerung der nächsten beiden Fahrbahnen. Ihr Tempo ist langsam. Manche Fahrer hupen die verängstigte Passantin ungeduldig an.

„Die Verkehrssituation an der stark befahrene Herrenstraße ist für Senioren ein großes Problem“, bestätigt Uwe Söth, Mitglied im Rendsburger Seniorenrat, die Szene. „Vor allem die Bewohner des Alten- und Pflegeheims St. Vincenz klagen über Schwierigkeiten, gefahrlos zu Fuß in die Innenstadt zu kommen.“ Die Unterführung am Bahnhof sei zu unwegsam für Gehbehinderte und an der Kreuzung von der Materialhofstraße in die Herrenstraße werde eine Bedarfsampel gewünscht. Damit fasst Uwe Söth das wichtigste Thema einer Sprechstunde zusammen, die der Seniorenrat in dem Caritashaus an der Herrenstraße organisiert hatte. Etwa 20    Bewohner nutzten die Begegnung, um ihre Anregungen und Sorgen zu äußern.

„Wir wollen mit den Bewohnern der städtischen Heime ins Gespräch kommen“, beschreibt Waltraut Baumann, die Vorsitzende des Rendsburger Seniorenrats, das Ziel des neuen Projekts. Das sei ihr sehr wichtig. „Der Seniorenrat ist nämlich zur Wahrnehmung der Interessen aller Senioren der Stadt Rendsburg gebildet worden.“ Doch zu den öffentlichen Sitzungen in der Begegnungsstätte Grüne Straße erscheine fast nie ein Besucher. „Daher gehen wir jetzt unsererseits in die Seniorenwohnanlagen und stellen uns als Ansprechpartner zur Verfügung.“ Die Sprechstunden sollen alle drei Monate angeboten werden. Das nächste Mal wollen die Interessenverter der älteren Generation die Seniorenwohnanlage Neue Heimat besuchen. Die Anregungen der Teilnehmer werden dann an die zuständigen Mitarbeiter im Rathaus weitergegeben und in die Ausschüsse getragen.

„Die Premiere war eine gelungene Veranstaltung“, freut sich Uwe Söth. Die Resonanz sei sehr positiv gewesen. „Auch konkrete Ergebnisse gibt es schon“, ergänzt Brigitte Fugmann, Leiterin des Fachdienstes Familie im Rendsburger Rathaus. Denn die Bewohner in St. Vincenz wünschten sich, dass Veranstaltungen des Freizeit- und Kulturprogramms auch direkt in ihrem Haus stattfinden. „Diese Bitte erfüllen wir im Programmangebot für die zweite Jahreshälfte“, versprach die Fachdienstleiterin.

Für das Problem der Verkehrssituation in der Herrenstraße gibt es zwar keine schnelle Lösung. Das Thema soll aber nicht unter den Tisch fallen. „Zur nächsten Sprechstunde in St. Vincenz könnte ein Vertreter aus dem Fachdienst Ordnung und Verkehr eingeladen werden, der Auskunft geben kann“, schlug Brigitte Fugmann vor. Der Experte aus dem Rathaus muss nicht unbedingt nur mit Kritik rechnen. Denn in der Sprechstunde zeigte sich, dass die älteren Rendsburger auch viel Lob spendeten. „Man muss doch nicht immer nur meckern“, lautete der Tenor. Es gebe so viel Positives, über das man sich freuen könne. Wunderschön sei zum Beispiel in diesem Jahr die Krokusblüte im Stadtpark gewesen.

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erstellt am 07.Apr.2017 | 18:03 Uhr

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