Musik im Zeichen der Freundschaft

Das Quartett vom „Blue Lake Fine Arts Camp“ begeistert 250 Schüler für Jazz.
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Das Quartett vom „Blue Lake Fine Arts Camp“ begeistert 250 Schüler für Jazz.

Partner aus den USA in Kropp zu Besuch

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05. Juni 2018, 14:01 Uhr

„Ihr seid gute Zuhörer“, lobte Schlagzeuger Tim Froncek die 250 Kropper Geestlandschüler, die sein Jazz-Quartett aufmerksam beim Musizieren verfolgten – und bei Solos Szenenapplaus gaben. Die Musiker vom „Blue Lake Fine Arts Camp“ im US-Bundesstaat Michigan waren im Rahmen ihrer „Goodwill Tour“ drei Tage lang in Kropp zu Gast.

Die Amerikaner unterhalten seit 1993 eine Partnerschaft mit der Big Band der Kropper Feuerwehr. Seitdem finden gegenseitige Besuche statt. Zudem erhalten Kropper Nachwuchsmusiker Stipendien für die Teilnahme am „Blue Lake Fine Arts Camp“, wo sie auf 6000 kreative junge Leute treffen.

Angesichts des derzeitig schwierigen politischen Fahrwassers „dient der Besuch auch als Zeichen dafür, dass die Freundschaft weiter vertieft werden soll“, so Mitorganisator Holger Schwien aus Kropp. „Beim Austausch entstehen lebenslange Freundschaften“, sagte Don Flickinger aus eigener Erfahrung. Der Amerikaner engagiert sich seit 1972 für das Camp und ist mit der Kropper Feuerwehrband unter Führung von Johannes Rasmussen sowie Blue Lake-Europakoordinator Dieter Klische aus Klein Bennebek eng verbunden. Er begleitet das Quartett, zu dem neben Tim Froncek auch Saxofonist Tom Stansell, Gitarrist Jordan Finn und Gordon Lewis am Kontrabass gehören, auf der Tour. Binnen zehn Tagen bereisen sie sieben deutsche Städte.

Am ersten Tag in Kropp spielten die Jazzmusiker ein Konzert vor vollem Saal im Gasthaus Bandholz, bei dem 760 Euro an Spenden gesammelt wurden. Das Geld soll dem geplanten Schulorchester der Geestlandschule zugute kommen.

Dort fand mit Unterstützung von Musiklehrerin Sara Topp ein Workshop statt, der dank improvisierter Stücke und kreativer Musikinstrumente – so trommelte Tim Froncek auf dem Bühnengeländer und einem Stehtisch – sehr gut bei den Viert- bis Sechstklässlern ankam. Ein Großteil von ihnen hatte zuvor die Hand gehoben, als Froncek auf Englisch gefragt hatte: „Für wen war es das erste Mal, dass er Jazzmusik gehört hat?“

„Musik verbindet und kennt keine Grenzen“, meinte Kropps Bürgermeister Stefan Ploog, ehe sich die amerikanischen Besucher ins Goldene Buch der Gemeinde eintrugen.

Im Anschluss ging es für die Kropper Gastgeber und die Amerikaner nach Kiel. Dort spielte das Jazz-Quartett zum krönenden Abschluss ihres Besuchs ein Konzert im Landeshaus. Zudem trafen die Musiker Landtagspräsident Klaus Schlie. Er erinnerte an den Beitrag der USA am Wiederaufbau Deutschlands und der Wiedervereinigung. Ihm zufolge bauten die Musiker eine Brücke zwischen den beiden Ländern, die nach wie vor eine einzigartige Freundschaft verbinde.

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