Konzert : Musik, die unter die Haut geht

Das Trio „Meta ti fourtouna“ präsentierte griechische Chansons und eigene Kompositionen: Maria Stavrianoudaki, Christina Metsika und Alexander Spitzing (von links).
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Das Trio „Meta ti fourtouna“ präsentierte griechische Chansons und eigene Kompositionen: Maria Stavrianoudaki, Christina Metsika und Alexander Spitzing (von links).

„Jaspers & Kempendorf“ und „Meta ti fourtouna“ treten im Kantoreisaal auf. Temperamentvolle Lieder begeistern das Publikum.

shz.de von
16. April 2018, 16:53 Uhr

„Meta ti fourtouna“, „Jaspers & Kempendorf“: Namen, die für Musik aus Griechenland und zeitlose deutsche Volksmusik stehen. Die Christkirchengemeinde hatte zu einem Konzert mit Gesang und Knopfakkordeon, Geige, Konzertina, Dulcimer, Banjo und Mandoline in den Kantoreisaal eingeladen. Mit Matthias Kempendorf und Manfred Jaspers traten zwei erfahrene „Volksmusiker“ vor dem deutsch-griechischen Trio „Meta ti fourtouna“ („Nach dem Sturm“) auf: Gleich zwei Konzerte an einem Abend in dem renovierten Saal, der Platz für etwa 70 Zuhörer bietet.

Der erfahrene Liedermacher und Komponist Manfred Jaspers zählt zu den Urgesteinen der deutschen Folk-Musik-Szene, Matthias Kempendorf sammelte erste Erfahrungen mit Folk-Musik als Straßenmusikant. Er komponiert ebenfalls, unterrichtet Gitarre und gestaltet musikalische Erzählabende. Sie belebten die Volksmusik auf gekonnte Weise neu.

Beide spielten auf zehn Instrumenten und erinnerten an lange nicht gehörte und bekannte Titel. Dazu zählten die Stücke „Wenn ich ein Vöglein wär“, „Kommt ein Vogel geflogen“ und eine aufrüttelnde Fassung von „Schlaf Kindlein schlaf“ kombiniert mit „Maikäfer flieg“. Sie trafen in die Seelen eines aufmerksam lauschenden Publikums. Beide Musiker sangen nicht nur, sondern lebten die Lieder vor. „Manche Musik kann man nicht kaufen. Die passiert einfach“, kommentierte Jaspers einen dieser eindrucksvollen Momente.

Eindrucksvoll, aber nicht so tief berührend, wirkte der Auftritt von „Meta ti fourtouna“. Das Erlebnis war größtenteils reduziert auf Klang, Melodie und Rhythmus. Nur wer die griechische Sprache beherrschte, konnte verstehen, was sich hinter dem melodiösen Gesang der drei und den Klängen von Maria Stavrianoudaki (Gitarre), Christina Metsika (Percussion) und Alexander Spitzing (Bouzouki, Oud) verbarg. Der Ex-Hamburger, er lebt seit vielen Jahren in Griechenland, führte durchs Programm. Von ihm erfuhr man Inhalt und Hintergründe der Stücke, die in vielen Details an die Musikwelt des Nahen Ostens erinnerten. Melancholisch oder temperamentvoll beeindruckten traditionelle Lieder, griechische Chansons und eigene Kompositionen. Zum Schluss gab es stehenden Applaus und zwei Zugaben. Eine davon mit allen fünf Musikern: der krönende Abschluss eines rein akustischen Abends.

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