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„Romea und Julius“ : Musical mit 120 Schülern

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Musical-Company des Helene-Lange-Gymnasiums probt für das Stück „Romea und Julius“. Morgen ist Premiere.

Die Bühne liegt im Nebel, schwarz gekleidete Gestalten huschen in hektischen Bewegungen hin und her, aus den Lautsprechern ertönen Schüsse und keuchender Atem, das Orchester spielt düstere Musik, der Scheinwerfer zittert. Plötzlich ein detonationsartiger Knall – alle Figuren auf der Bühne fallen zu Boden. „Die Szene, die hier geprobt wurde, stellt einen Traum Romeas dar – es sind Erinnerungen an den Bürgerkrieg in Syrien“, erklärt Michael Osbahr. Aus seiner Feder stammt das Stück „Romea und Julius“, das die Musical-Company des Helene-Lange-Gymnasiums am Sonnabend in der Aula der Waldorfschule erstaufführen wird.

Die gesamte Woche über proben die über 120 teilnehmenden Schüler unter der Regie von Achim Prigge täglich von 8 bis 16 Uhr, um den thematisch ernsten Stoff bestmöglich umzusetzen. Im Mittelpunkt der Handlung steht das Schicksal des syrischen Mädchens Romea. Sie ist mit ihren Eltern und ihrem Bruder vor den Schrecken des Bürgerkriegs geflohen und hofft in Deutschland auf Asyl. Der Verwaltungsbeamte, der über die Anträge ihrer Familie entscheidet, ist ausgerechnet der Vater des deutschen Jungen, in den das syrische Mädchen sich verliebt: Julius. Nachdem die Asylanträge abgelehnt werden, beschuldigt Julius seinen Vater, seine Entscheidungskompetenz missbraucht zu haben, um das junge Liebesglück zu verhindern. „Es entspinnt sich ein Vater-Sohn-Konflikt und auch ein Konflikt zwischen den Familien des jungen Liebespaars – deutliche Bezüge zu Shakespeares Stück, auf das ja bereits im Titel angespielt wird“, erläutert Osbahr.

„Die Schüler setzen das Stück sehr gut um“, freut sich der Autor, der im normalen Unterrichtsalltag Deutsch und Geschichte lehrt. „Ich bin gerührt, wenn ich sehe, wie stark sie die Emotionen transportieren, die ich in dem Text auszudrücken versuche“, sagt Osbahr. Und auch an den Schülern, die sich aus allen Jahrgangsstufen des Gymnasiums zusammensetzen, gehen die Proben nicht spurlos vorbei: „Es gibt eine Szene, in der ich mit einem anderen syrischen Mädchen über die Bürgerkriegserfahrungen spreche. Am Ende unseres Gesprächs sollen wir weinen – doch wir müssen die Trauer gar nicht spielen: Wenn man sich in diese Schicksale hineinversetzt, kommen die Tränen von ganz allein“, verrät Romea-Darstellerin Johanne Jensen (12. Klasse). Doch die Schüler wollen auch eine Außenwirkung erzielen: „Es ist ganz klar auch eine politische Handlung, dieses Stück zu präsentieren“, sagt Maximilian Reimers (ebenfalls 12. Klasse), der den männlichen Protagonisten Julius verkörpert: „Unsere Botschaft ist, dass man keinen Menschen pauschal ablehnen soll. Es ist egal woher man kommt – wir sind alle Menschen, die ihr Leben leben wollen.“ „Mit unserem Musical rufen wir in Erinnerung, dass die Flüchtlinge nicht einfach so ohne Not hierher kommen, sondern weil sie vor Gefahren fliehen, die ihr Leben bedrohen“, ergänzt Johanne Jensen.

Neben den Dialogszenen gibt es etwa ein Dutzend Gesangsstücke (allesamt Eigenproduktionen), die wahlweise von Solisten oder vom Chor dargeboten und vom schuleigenen Orchester begleitet werden. Komplettiert wird das Personal von einer Gruppe Tänzerinnen, die die Szenen choreographisch begleiten.

Das Musical „Romea und Julius“ hat am Sonnabend, 13. Mai,  um 19 Uhr in der Aula der Waldorfschule Premiere. Weitere Aufführungen folgen am 16., 18. und 19. Mai,  jeweils  um 19 Uhr in der Aula der Waldorfschule. Restkarten gibt es im Schulsekretariat (Tel.   04331/14120), im Musikmarkt  (  04331/24773) und  an der Abendkasse.

 

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