Museumsleiter ersteigert Rarität

Gemälde mit Rendsburg-Ansicht um 1850: Burkhard Tesche, Manfred Buncke und Dirk Albers vom „Förderverein für die Museen im Kulturzentrum“ überreichen Museumsleiter Martin Westphal das Bild als Geschenk (von links).
Gemälde mit Rendsburg-Ansicht um 1850: Burkhard Tesche, Manfred Buncke und Dirk Albers vom „Förderverein für die Museen im Kulturzentrum“ überreichen Museumsleiter Martin Westphal das Bild als Geschenk (von links).

Paradeplatz-Ansicht um 1850 neue Attraktion im Kulturzentrum / Förderverein finanziert Ankauf des Gemäldes für 1200 Euro

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12. Juni 2015, 17:30 Uhr

Zum Ersten, zum Zweiten und zum   .  .  . Wer bietet mehr? 1200 Euro sind aufgerufen. Niemand mehr? Verkauft! Das Gemälde geht an den Museumsleiter in Rendsburg. Martin Westphal erhält den Zuschlag. Der Chef der Sammlungen im Kulturzentrum Hohes Arsenal hat bei einer Versteigerung des Kunstauktionshauses Schloss Ahlden in Niedersachsen ein Bild gekauft, das den Paradeplatz in der Zeit um 1850 zeigt. Der Neuzugang ist ab sofort im ersten Obergeschoss des historischen Museums zu sehen.

„Das Werk bietet eine Ansicht des Paradeplatzes, die selbst anerkannte Rendsburg-Experten in dieser Form noch nicht kannten“, freut sich Martin Westphal über seine neue Attraktion. „Der Informationswert dieses zeitgenössischen Stadtbildes ist sehr hoch.“ Der Volkskundler war im Internet bei einer routinemäßigen Suche nach sogenannten „Rendsburgensien“ auf das Angebot des Auktionshauses gestoßen. Doch erst durch die Zusage des „Fördervereins für die Museen im Kulturzentrum“, das Mindestgebot von 1200 Euro zu übernehmen, konnte sich der Fachmann an der Versteigerung beteiligen. „Diese Summe hätte ich aus dem Ankauf-Etat des historischen Museums nicht stemmen können.“

Das Gebot schickte der Rendsburger per E-Mail an das Auktionshaus und konnte sich als einziger Bieter das Rendsburg-Bild sichern. „Der Preis ist angemessen“, urteilt der Kenner. „Denn so eine Rarität bekommt man nicht jeden Tag angeboten.“ Leider sei das Gemälde in Gouachen-Farben nicht signiert. Der Maler bleibe also unbekannt. Auch die vorherigen Besitzer konnte Westphal nicht ermitteln. „Vermutlich stammt das Kunstwerk aus einem Privathaushalt. Bei dem Auktionshaus kommen auch Objekte aus Haushaltsauflösungen unter den Hammer.“ An seinem neuen Stammplatz im Museum lädt das Original zu einer Zeitreise ein. Die Betrachter blicken auf dänische Soldaten, die sich vor der Hauptwache formieren. Ein Händler trägt seinen Korb über den Platz. Pferde ziehen einen Heuwagen durch die Szenerie. Marktfrauen halten einen Plausch. Und eine Postkutsche ist vor einem Fachwerkhaus abgestellt: Offensichtlich durfte um 1850 auf dem Paradeplatz noch geparkt werden.

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