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Rendsburg : Museum mit Zertifikat: Jetzt wird „entsammelt“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mit der Auszeichnung ist ein neues Ausstellungs-Konzept verbunden, welches Museumsleiter Martin Westphal nun umsetzen möchte.

Alle Museen sammeln, das ist einer ihrer Aufträge. Ein gefühltes Konzept hatte Martin Westphal für sein Haus. Aber es schriftlich zu formulieren, kostete den Museumsleiter einiges an Schweiß. Der Einsatz hat sich gelohnt. Die Sammlungen im Kulturzentrum wurden zertifiziert – eine Auszeichnung, die im Land nur fünf weitere Häuser erhalten haben. Dafür gab es Glückwünsche von Bürgermeister Pierre Gilgenast. „Es ist auch eine Auszeichnung Ihrer Arbeit“, erklärte er gestern dem Museumleiter.

Mit dem Zertifikat verbunden ist auch ein Blick in die Zukunft. „Wir müssen die Neuaufstellung des Hauses in die Wege leiten“, so Westphal. Das heißt, die Ausstellung muss unter den Themen Garnisonsstadt und Nord-Ostsee-Kanal neu ausgerichtet werden. Und „entsammeln“ ist angesagt: Mit dem festgeschriebenen Auftrag wird jetzt im Depot genau untersucht, was tatsächlich wichtig ist – und vielleicht wird auch einmal etwas weggeworfen, was in der Vergangenheit fast nie vorkam. Da wurden auch alte oder marode Stücke aufbewahrt. „Das ist ein Paradigmenwechsel“, so der Museumsleiter.

Der Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg, dem 80 Institutionen angehören, hatte seine Mitglieder erstmals zu der Zertifizierung aufgerufen. Sie soll die Qualität der Ausstellungen ermitteln und verbessern helfen. Als Erstes galt es, genaue Auskünfte zu geben. Dann waren Experten vor Ort, und schließlich sichtete eine Jury das Material. Martin Westphal musste an einigen Fortbildungen teilnehmen. „Ich habe den gesamten Prozess als Lernphase empfunden“, sagt er. 500 Euro kostete ihn die Teilnahme, die „durchaus ein Wagnis gewesen ist“, so Westphal. Denn es beteiligten sich zwar zehn Museen, aber vier wurden nicht ausgezeichnet. Sie können ihr Glück nochmals im nächsten Durchgang versuchen.

Aber auch für das Rendsburger Haus bedeutet die Auszeichnung keinen Stillstand, sondern Bewegung. Einige Maßnahmen, die sich aus dem Zertifizierungsprozess ergaben, wurden bereits umgesetzt, beispielsweise neue Hinweisschilder. Andere Aufgaben müssen in den kommenden fünf Jahren angegangen werden. Die wichtigste: Ein neues Konzept für die Sammlung. Wenn die Besucher befragt werden, so Westphal, geben sie zwei Themen als Grund für ihren Museumsbesuch in Rendsburg an: Die Geschichte als Garnison und den Kanal mit der Hochbrücke. Die neue Struktur erfordert aber nicht unbedingt neue Räume. „Da habe ich auch einen Lernprozess durchgemacht“, so Westphal, der einmal Räume der Eiderkaserne ins Auge gefasst hatte. Es wird mit den vorhandenen Mitteln gearbeitet werden. Rückendeckung hat der Leiter schon vom Bürgermeister: „Das Museum muss sich weiter entwickeln.“ Schließlich steigere es die Attraktivität der Stadt.

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