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Landeszeitung

17. Oktober 2017 | 12:17 Uhr

Handball-Oberliga : Mumm macht’s möglich

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Nachwuchsabteilung der HSG Eider Harde überzeugt beim 27:26-Erfolg über Preetz.

Auch wenn der Klassenerhalt der HSG Eider Harde in der Handball-Oberliga der Männer nach dem 28:28 des MTV Herzhorn gegen den TSV Mildstedt nur noch theoretischer Natur ist, lässt die Mannschaft von Trainer Christian Voß die Köpfe nicht hängen. Im Gegenteil: Die Spieler wollen sich augenscheinlich anständig aus der Liga verabschieden. Gegen den Preetzer TSV zeigten sie am Freitagabend eine tolle kämpferische Leistung. Und das ohne Steffen Oeltjen, Lorenz Plöhn und Hendrik Hell. 27:26 (15:16) lautete der Endstand nach 60 spannenden Minuten, in denen die Gäste mehr von der ersten, die Hausherren aber mehr von der zweiten Halbzeit hatten. Der Erfolg bedeutet den sechsten Saisonsieg und gleichzeitig die Revanche für die peinliche Hinspiel-Pleite (20:33). „Wir haben phasenweise eine echt geile Abwehr gespielt“, lobte Coach Thore Kuhrt. Der Co-Trainer der A-Jugend und künftige Assistent von Thomas Carstensen in der „Ersten“ sprang für Voß ein, der an einem Lehrgang in Stuttgart teilnehmen musste, die Partie aber im Liveticker verfolgte. Unmittelbar nach Abpfiff gratulierte er seinen Jungs per WhatsApp.

Wie so oft im Leben: Die Mischung macht’s! Der Generationen-Mix bei Eider Harde hat an diesem Tag gestimmt. Den Beweis liefert das Protokoll der letzten zwei Minuten: Zuerst hämmert der Älteste auf dem Feld, Ulf Thöming (33), den Ball zum 26:26-Ausgleich in die Maschen, dann erzielt der Jüngste den Siegtreffer. Und wie! Der 17-jährige Jarno Mumm legt einen Tempogegenstoß 40 Sekunden vor Schluss so gefühlvoll und abgezockt am Schädel des Preetzer Torwarts vorbei, dass den Zuschauern der Atem stockt. Mit Abpfiff brechen alle Dämme. Der ausgiebige Jubel zeigt, wie alle Beteiligten bei Eider, Spieler wie Offizielle und Fans, nach Siegen lechzen. Egal, ob sie was am Abstieg ändern oder nicht.

Die zwei Punkte gegen Preetz haben zudem eindrucksvoll dargelegt, wie erfolgreich Jugendarbeit sein kann. Drei A-Jugendliche des frisch gebackenen Oberliga-Meisters standen im Kader. Nicht nur das: Sie setzten auch die Akzente. Linksaußen Jarno Mumm traf sieben Mal. Georg Rohwer, ebenfalls erst 17 Jahre alt, durfte in der Abwehr auf der vorgezogenen Position und vorne auf Rückraum rechts ran. Vier Tore gingen auf sein Konto, darunter wichtige in Unterzahl. Ein Typ mit unheimlich viel Spielverständnis. Und auch der dritte im Bunde, Tore Langholz, stellte sein Können in der Abwehr unter Beweis. Nach einer Umstellung machte er die linke Seite zusammen mit Mumm dicht.

Sie alle spielten das erste Mal in einer Pflichtpartie für die „Erste“. Übrigens erstmals auch zusammen mit ihrem Trainer in den Minis. 2005 coachte Kapitän Jörg Gosch den jüngsten Jahrgang der Spielgemeinschaft, damals der HSG Hohn/Elsdorf. Zehn Jahre später steht er mit seinen früheren Schützlingen Mumm, Rohwer und Langholz gemeinsam auf der Platte. Gosch urteilte seinerzeit: „Diese Mini-Mannschaft hat das meiste Potenzial in der HSG.“ So nachzulesen im Archiv der Vereinshomepage. Goschs Vorahnung hat sich bestätigt. In der A-Jugend sind seine ehemaligen „Minis“ das Maß aller Dinge in der Oberliga. Bleiben die Talente und ihre Teamkameraden der HSG im Männerbereich erhalten, blüht Eider eine rosige Zukunft.

HSG Eider Harde: Dobratz, Treziak – Brown (1), Oettershagen, Behmer (1), Gosch (8/4), Bendixen (2), Petersen, Reinsch, Böhrnsen, Thöming (4), Mumm (7), Rohwer (4), Langholz.

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