Müllberge nach langen Diskonächten

Miriam Richter von
17. März 2014, 15:57 Uhr

Alte Autoreifen in der Eider, Kinderbetten im Wald und Abfälle auf der Straße: Gedankenlose Müllbeseitigung ist aus Sicht der Rendsburger Bürger ein echtes Manko ihrer Stadt. Bei der Nullbefragung des Stadtmarketings wurden Müll und Dreck als ein großes Problem genannt. Das ist in der Politik angekommen. Bei der Sitzung des Umweltausschusses gestern Abend wurde daher über die Gründung eines „runden Tisches“ für ein sauberes Rendsburg diskutiert.

Laut Antrag der SPD-Fraktion sollte die Verwaltung einen solchen „Tisch“ ins Leben rufen. „In Zeiten leerer Kassen wollen wir Schulen, Vereine und Verbände miteinbeziehen. Die Bürger sollen ihre Ideen einbringen“, erklärte SPD-Mitglied Matthias Bruhn. Frank Thomsen, Fachbereichsleiter Bau, entgegnete, dass durch Kosteneinsparungen beim Personal niemand zur Verfügung stehe. Der Antrag wurde daraufhin in die Fraktionen zur weiteren Beratung verwiesen.

Dass Handlungsbedarf in punkto Sauberkeit besteht, lässt sich nach jedem Wochenende in der Nähe von zwei Schnellrestaurants beobachten. Nach eigner Aussage kämpfen Anwohner nach jeder Partynacht gegen Müllberge. „Wenn in einer Diskonacht ordentlich was los war, sieht es Sonntagmorgen aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte“, sagt Armin Rösener, der in der Nähe der Büsumer Straße wohnt. Letztes Jahr beim „Schietsammeln“ habe er allein im nördlichen Bereich der Straße fünf blaue Müllsäcke gefüllt. Ein Tropfen auf den heißen Stein, denn „zwei Tage später war alles wieder voll“.

Für die Beseitigung des achtlos weggeworfenen Mülls ist der Eigentümer verantwortlich, auf dessen Grundstück der Dreck landet. Bei öffentlichen Orten wie zum Beispiel dem Obereiderhafen ist es also die Stadt. Die Kosten dafür trägt der Steuerzahler. Genaue Zahlen über unsachgemäße Müllentsorgung gibt es laut Niels Faust, Betriebsleiter des Umwelt- und Technikhofes, nicht. Seine Mitarbeiter sind täglich zum Entleeren der Mülleimer unterwegs. Weggeworfener Abfall wird ebenfalls eingesammelt. Insgesamt sammeln die UTH-Mitarbeiter bis zu 300 Tonnen Müll im Jahr ein–den Inhalt der Mülleimer mitgerechnet.

Faust ärgert die Gleichgültigkeit der Menschen. „Jemand hat ein Kinderbett kurz vor dem Recyclinghof in den Wald geworfen. 200 Meter weiter hätte es umsonst entsorgen können“, so Faust. Die Faulheit wurde dem Täter aber zum Verhängnis. Er konnte ermittelt werden und bekam eine Anzeige. Faust plädiert für eine rechtzeitige Sensibilisierung der Bürger. „Man muss die Menschen so früh wie möglich erreichen, am besten in der Schule“, sagt er.

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