Müll-Helden Mutter-Pass Sonnen-Kinder

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24. März 2017, 13:29 Uhr

Wenn die Männer vom Haus- und Hofdienst der Kreisverwaltung aus dem Nähkästchen plaudern, schlägt der eine oder andere Zuhörer schon einmal die Hände über dem Kopf zusammen. Eigentlich sind die Jungs für die Pflege der Kreis-Gebäude zuständig. Doch viel zu häufig werden sie zum Sondereinsatz gerufen. Dann werden sie zu Müllwerkern, weil sie den Abfall anderer Leute wegräumen müssen. Wie in dieser Woche, als ein unbekannter Täter zwölf Kubikmeter Kunststoff-Schrott einfach in der Feldmark entsorgte. Was andere fassungslos machte, nahmen die drei Mitarbeiter fürs Grobe ohne zu klagen hin. Fast stoisch räumten sie die großen Teile auf ihren Laster. Denn sie sind ganz andere Umwelt-Schweinereien gewohnt, wie sie nach getaner Arbeit berichteten. In besonderer Erinnerung ist ihnen der Tag geblieben, als sie eine alte Tiefkühltruhe abholen sollten, der sich jemand am Straßenrand entledigt hatte. Der Frevler hatte sich nicht die Mühe gemacht, die Truhe vorher auszuräumen. Den Gestank verdorbenen Fleisches, der den Männern beim Öffnen entgegenschlug, könne sich niemand vorstellen, berichteten sie. Das werde nur übertroffen, wenn wieder ein Haufen Schlachtabfälle irgendwo hingeschmissen wurde. „Keine Seltenheit“, lautete die trockene Bemerkung dazu. Viel zu oft hingegen taucht wilder Müll – vom ausgedienten Fernseher bis zu alten Autoreifen – im Kreis auf. Bis zu 80 Mal im Jahr. Wegmachen müssen es aber immer die gleichen.

Eine gute Möglichkeit, Müll zu vermeiden, sind Flohmärkte. Im Nortorfer Markushaus etwa gibt es regelmäßig die Babybedarfsbörse. Schwangeren wird dabei sogar ermöglicht, eine halbe Stunde vor Beginn schon einmal im Angebot zu stöbern. So wird den werdenden Müttern der Stress des Gedränges erspart. Kurios ist allerdings, dass sie ihren Mutterpass vorzeigen müssen. Hat sich etwa schon einmal eine Scheinschwangere mit Kissen unterm Pullover in der Reihe angestellt?

Wer schon ein Kind hat, kann sich an der Unbeschwertheit des Nachwuchses erfreuen. Den Kleinen vom Rickerter Naturkindergarten war es Anfang dieser Woche egal, dass es wie aus Eimern regnete, wie uns Stefanie Frank von der Einrichtung versicherte. Sie sendete uns ein Bild, das das Herz aufgehen lässt, denn trotz des Wetters ließen es sich die Kinder nicht nehmen, Frühlingsblumen in der Gärtnerei abzuholen. Siehe da, einen Tag später ließ sich die Sonne blicken. Danke, liebe Kinder!

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