„Motor“ der Gemeinde tritt ab

Zum Auftakt spielten die Bovenauer Jagdhornbläser.
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Zum Auftakt spielten die Bovenauer Jagdhornbläser.

Bovenaus Bürgermeister Jürgen Liebsch nach 24 Jahren im Amt verabschiedet / Weggefährten loben sein großes Engagement

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24. Mai 2018, 13:08 Uhr

Jürgen Liebsch (61) war 24 Jahre lang Bürgermeister in Bovenau. Am Mittwochabend verabschiedete ihn die Gemeinde mit einer Feier im Bürgerzentrum „Uns Huus“. „Alle sind gekommen“, freute sich der stellvertretende Bürgermeister Johannes Jacobs, der die Abschiedsfeier zusammen mit Frank Pries organisiert hatte. Vertreter von Vereinen und Verbänden, des Amtes Eiderkanal, des Kreises Rendsburg-Eckernförde und der Kirchengemeinde waren unter den 80 Gästen und erlebten eine Feier voller Emotionen.

Den Anfang machten die Bovenauer Jagdhornbläser mit der „Begrüßung“, dann folgte „Auf zum fröhlichen Jagen“ und zum Abschluss „Auf Wiedersehen“ für den scheidenden Bürgermeister.

Detlef Göttsche, ehemaliger Leitender Verwaltungsbeamter, erinnert sich daran, dass sein Verhältnis zu Liebsch anfangs „nicht immer spannungsfrei“ gewesen sei. Aber man habe sich aneinander gewöhnt und gemeinsam an dem Ziel, Bovenau zu entwickeln, gearbeitet. Die Ansiedlung des Biotechnologieunternehmens Richter-Helm, das gemeinsame Gewerbegebiet mit Felde und Bredenbek und den Windpark Osterrade nannte Göttsche als positive Beispiele. Aber es habe auch Rückschläge gegeben, etwa die unerwartete Gewerbesteuerrückzahlung von 1,4 Millionen Euro, die die Gemeinde schwer getroffen habe. Jürgen Liebsch habe er kennengelernt als einen „unermüdlichen Verfechter an der Front, wenn es etwas zu bewegen gab“, betonte Göttsche. Die Innenstaatssekretärin Kristina Herbst hob Liebsch‘ Einsatz gegen die Ablagerung von giftigem Hamburger Hafenschlick auf dem Gemeindegebiet hervor. „Bovenau ist keine Mülldeponie – das hat er 1994 deutlich gemacht.“

Sven Gritto, Schulleiter der Grund- und Gemeinschaftsschule Schacht-Audorf, bescheinigte Liebsch, der seit 2008 Schulverbandsvorsteher ist, immer nach unkomplizierten und schnellen Lösungen gesucht zu haben, „mit Weitsicht und Tatendrang.“

„Kuschelkurs war nicht seine Sache“, charakterisierte der Amtsvorsteher Reimer Kläschen die Arbeit des scheidenden Bürgermeisters. Landrat Rolf-Oliver Schwemer bezeichnete Liebsch als „Motor und Antreiber“. Für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit überreichte ihm Schwemer den Ehrenteller, die höchste Auszeichnung des Kreises. Die 16 Vereine und Verbände des Ortes bedankten sich bei Liebsch und überreichten jeweils eine Rose.

Nach musikalischen Beiträgen des Chors und der Bigband der Schule Schacht-Audorf sang die Leiterin Birte Ley-Thöming mit allen Gästen „Nehmt Abschied Brüder“. Jürgen Liebsch und seine Frau Doris wollen die kalten Jahreszeiten künftig in ihrem Haus in Südspanien verbringen. Wer neuer Bürgermeister in Bovenau wird, entscheidet sich am 11. Juni in der konstituierenden Sitzung der neuen Gemeindevertretung. Bei der Kommunalwahl erreichte die WiB sechs Sitze, CDU und KWG kamen aus jeweils vier Mandate.

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