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Prozess am Landgericht Kiel : Mord in Rendsburg: Angeklagter will aus Notwehr gehandelt haben

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Der Mann soll seinen Schwager mit drei Schüssen getötet haben. Der 34-Jährige gibt an, vom Opfer bedroht worden zu sein.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 11:35 Uhr

Kiel | Im Kieler Prozess um einen heimtückischen Mord hat der 34-jährige Angeklagte am Mittwoch sein monatelanges Schweigen gebrochen und die tödlichen Schüsse auf seinen Schwager gestanden. Er habe im August 2016 in einer Werkstatthalle in Rendsburg mehrfach auf seinen Schwager geschossen, ließ der Angeklagte vor dem Landgericht zum Prozessauftakt über seinen Verteidiger verlesen. Das Opfer habe ihn mit der Waffe bedroht. Die Pistole habe er ihm aus den Händen entwinden können. Als sein Schwager aber plötzlich eine zweite Waffe durchlud, habe er abgedrückt, wie oft wisse er nicht, heißt es in dem schriftlichen Geständnis des Angeklagten. Er habe zu keiner Zeit die Absicht gehabt, den 31-Jährigen zu töten. Die Tat tue ihm unendlich leid.

Der 31-jährige Schwager sei in kriminelle Machenschaften verwickelt gewesen, hieß es in der schriftlichen Erklärung des Angeklagten weiter. Er habe seinen Schwager deswegen auch bei der Polizei angezeigt und schwerer Straftaten bezichtigt, geschehen sei aber nichts, so der Angeklagte. Der Schwager habe verlangt, dass er für ihn arbeite und als er immer wieder abgelehnt habe, seine Familie bedroht.

Die Anklage geht von heimtückischen Mord aus. Demnach schlich sich der Angeklagte an sein Opfer heran und schoss ihm dreimal in den Kopf. Der Mann erstickte an seinem Blut.

Der Angeklagte hatte bisher zu den Vorwürfen geschwiegen, auch die Ermittlungen im Umfeld hätten „nichts Greifbares“ erbracht, sagte Oberstaatsanwalt Achim Hackethal noch vor Prozessbeginn.

Der Tote hinterlässt Frau und zwei Kinder. Sie sind Nebenkläger. Ihr Rechtsanwalt erklärte, sie wollten im Verfahren „endlich Antworten auf das Warum bekommen“. Das Schwurgericht hat sieben Verhandlungstage anberaumt. Am ersten Prozesstag will die Kammer sechs Zeugen hören, darunter drei Polizeibeamte. Das Urteil könnte demnach am 12. Juni fallen.

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