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Hohenwestedt : Molkereimitarbeiter streiken erstmals

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Beschäftigte legten gestern beim Deutschen Milchkontor in Hohenwestedt für zwei Stunden die Arbeit nieder. Die Forderung: gerechter Lohn.

Warnstreiks beim Deutschen Milchkontor (DMK): In Hohenwestedt legten gestern 80 Beschäftigte für zwei Stunden die Arbeit nieder, um für mehr Lohn und Gehalt zu demonstrieren. Der Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufgerufen hatte, war eine Premiere für die Hohenwestedter Molkereimitarbeiter. „Das ist das erste Mal überhaupt, dass in diesem Werk gestreikt wird“, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Schietzel.

Die Hohenwestedter Molkerei ging 1968 in Betrieb und ist einer von 28 DMK-Standorten in zehn Bundesländern. Der Streikaufruf der NGG richtet sich an die rund 4500 Mitarbeiter der 16 DMK-Werke des Tarifgebiets Nordwest. In Herford hatten die DMK-Beschäftigten bereits am Montag die Arbeit niedergelegt. Parallel zu Hohenwestedt wurde gestern auch in Zeven und Georgsmarienhütte gestreikt. Heute und morgen soll es Warnstreiks an den übrigen DMK-Standorten geben.

Von den Plakaten der Streikenden an der B 77 in Hohenwestedt konnte man die Hauptforderungen der Beschäftigten ablesen: eine „faire Tariferhöhung“, „5,5 Prozent mehr Geld“ sowie für die Lehrlinge „plus 60 Euro und zwölf Monate Übernahme nach der Ausbildung“. „Dass 80 Beschäftigte unseres Werks dem Streikaufruf gefolgt sind, ist ein Ergebnis, von dem wir überwältigt sind“, meinte Schietzel, „das zeigt, dass die Kollegen zusammenstehen.“ Lediglich eine Notbesetzung hielt den Betrieb gestern von 11 bis 13 Uhr aufrecht. „Wir wollen nur eine faire Entlohnung für unsere Arbeit“, betonte der Betriebsratsvorsitzende. Diese Fairness vermissen die NGG-Vertreter in den bisherigen Angeboten des DMK.

„Wir fanden die Vorgehensweise der Arbeitgeberseite in den Verhandlungen relativ respektlos“, sagte Thomas Fuchs von der NGG-Tarifkommission. In einer zweiten Verhandlungsrunde hatte das DMK am 18. März in Zeven 2,1 Prozent mehr Lohn angeboten. Das sei eindeutig „zu wenig im Osternest“, bemängelt die NGG in ihrer aktuellen „Tarif-Info“. „Wir haben mehrere Versuche gestartet, ein anderes Ergebnis zu erzielen“, berichtete Fuchs, „als das alles gescheitert ist, haben wir zu Warnstreiks aufgerufen.“

Am 15. April steigt in Zeven die nächste Verhandlungsrunde. „Wir werden von unseren Forderungen nicht abweichen, ehe uns nicht ein vernünftiges Angebot von der Arbeitgeberseite vorliegt“, erklärte Fuchs, der die DMK-Beschäftigten am Verhandlungstisch vertreten wird.

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