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Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 18:46 Uhr

Buchtipp : Mördersuche mit Lokalkolorit

vom

Zwei Nachwuchs-Krimiautoren lassen ungewöhnliches Gespann in und um Sehestedt ermitteln

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 08:23 Uhr

SEHESTEDT | "Sie passierten die ersten Häuser von Sehestedt. Margarete riskierte einen neugierigen Blick nach links und nahm die ,Nutzkunst in kurzen Augenschein. Vor der Scheune eines Hofes lockte allerlei Nützliches und solches, was man dafür halten könnte. Margarete Brix riss sich vom inneren Kaufimpuls los." Muss sie auch. Denn die Eckernförder Gerichtspräsidentin a.D. hat einen Mord aufzuklären. Und das Opfer wohnte in dem Ort am Kanal.

Arnd Rüskamp und Hendrik Neubauer haben einen sogenannten "Küstenkrimi" geschrieben. Der Mord geschieht am Strand von Aschau, der ermittelnde Kommissar Hans Rasmussen arbeitet in Eckernförde und das Opfer, der Angeltouren-Anbieter Lars Martens, wohnt in Sehestedt. Jede Menge Lokalkolorit also. Dieses zeichnet die Regional-Krimis aus dem emons-Verlag aus, in dem auch gestandene schleswig-holsteinische Autoren wie Hannes Nygaard publizieren. Eine gute Adresse für einen Premieren-Krimi. Denn sowohl Arnd Rüskamp als auch Hendrik Neubauer haben zwar eine journalistische Ausbildung und schon geschrieben - aber keinen Krimi. Neubauer ist gebürtiger Hamburger, Rüskamp stammt aus Essen. Aber beide verbringen mehrere Wochen oder Monate im Jahr im Norden. Um es vorweg zu nehmen: Der Erstling ist ihnen sehr gut gelungen und offenbart ihre Liebe zur Region.

Am Anfang zwar lässt es sich ein bisschen träge an. Viele Namen, kurze Kapitel - man kommt nicht so richtig in Lesefluss. Noch dazu viele Orte: Eckernförde en detail, Sehestedt, Ikea in Kiel, die dänische Insel Fanö ... ihr Ermittler Rasmussen kommt viel herum. Das Autoren-Duo beschreibt vieles akribisch. Da verliert der Leser anfangs fast die Suche nach dem Täter aus den Augen - und die ist kompliziert. Da es keine direkten Hinweise gibt, werden sowohl der Konkurrent des Opfers als auch dessen Ehefrau unter die Lupe genommen.

Dann gewinnt die Erzählung an Fahrt, das Ermittler-Team gewinnt immer mehr an Konturen - ein ungewöhnliches Gespann, denn Hans Rasmussen ist knapp 44, seine mütterliche Freundin Margarete Brix an die 70. Von beiden existieren übrigens Zeichnungen auf der Internet-Seite. Auch ein "Ecktown"-Lied gibt es. Und der im Buch beschriebene "Gumm-Prix" (ein Rennen von Gummi-Booten) soll in diesem Sommer zum ersten Mal in Eckernförde ausgetragen werden. Der Krimi ist mehr als ein Buch. Fast schon ein multimediales Ereignis.

Arnd Rüskamp & Hendrik Neubauer, "Tod am Strand", 336 S., 10,90 Euro, emons Verlag: www.rasmussen-und-die-brix.de

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