Modewelt von Bovenau aus erobern

Sind modebegeistert: Nicole und Michael Brudniok mit Oliver Paulian (rechts).
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Sind modebegeistert: Nicole und Michael Brudniok mit Oliver Paulian (rechts).

Herrenhaus als neue Heimat für den Vertrieb von Damenhandtaschen aus Leder / Inhaber-Trio verzichtet auf den Handel im Internet

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13. Mai 2015, 11:46 Uhr

Von der Pflege ins Modebusiness – für Oliver Paulian konnte der berufliche Wechsel kaum kontrastreicher sein. Was vor rund zweieinhalb Jahren als Idee begann, ist heute Wirklichkeit: Paulian vertreibt mit seinen Partnern, dem Ehepaar Nicole und Michael Brudniok, von einem Bovenauer Herrenhaus aus edle Damenhandtaschen.

Das Trio arbeitet dabei durchaus gegen den Trend: Einen Onlineshop wolle man nicht, erzählt Oliver Paulian, als er liebevoll eine der Taschen aus der Vitrine im Showroom nimmt, „wir möchten die Händler unterstützen und lieber Klasse statt Masse liefern.“ Auf den digitalen Handel verzichten sie, da man die Tasche anfassen und riechen müsse, um ein Gefühl für das Produkt zu bekommen, erläutert Nicole Brudniok. Die Boutiquen, in denen die Taschen vertrieben werden sollen, sucht das junge Unternehmen ganz bewusst aus.

Doch es war ein langer Weg mit unzähligen Flugmeilen, bis das erste Exemplar den Besitzer wechselte. Zuerst gärte in Oliver Paulian die Idee, eine Plattform für Modeinteressierte zu gründen – quasi eine Schule für Newcomer. Hier sollten Seminare, Kurse und Workshops stattfinden, die darüber aufklären, was bedacht werden muss, wenn eine Modemarke gegründet wird. So entstand die Firma „Marketing For Fashion“, aus der im Sommer 2014 die Hausmarke „Via Veccino“ hervorging. Nicole Brudniok, eigentlich Kinderpflegerin, bewarb sich in dieser Zeit als Beraterin bei Oliver Paulian. So kam auch schnell Michael Brudniok ins Boot, der ebenso wie seine Ehefrau modeaffin ist und mittlerweile gemeinsam mit Oliver Paulian die Geschäftsführung bildet.

Dass er einmal mit Damenhandtaschen ins Modegeschäft starten würde, war Paulian anfangs nicht klar. Erst ein Besuch in der türkischen Stadt Antalya führte zu diesem Entschluss. „Ich bin dorthin geflogen und habe mich in den Boutiquen umgeschaut, konnte aber leider kein Wort türkisch sprechen“, berichtet der Markengründer. Mithilfe eines freundlichen Taxifahrers, der die Übersetzung übernahm, konnte er sich letztendlich doch in den Geschäften erkundigen. Gemeinsam mit einem türkischen Familienunternehmen wurden aus den Skizzen einer venezolanischen Designerin bald handgearbeitete Taschen aus Rindsleder. Für die Türkei als Produktionsort entschied er sich bewusst. „‚Made in Turkey‘ ist heute wie ‚Made in Germany‘. In Istanbul findet man die besten Ledermanufakturen“, bestätigt Michael Brudniok. Und Nicole Brudniok fügt hinzu: „Man spürt die gute Qualität.“

Im vergangenen Oktober ist das Unternehmen in das Herrenhaus in der Kieler Straße 4 eingezogen. „Hier können wir unsere Ware ansprechend präsentieren“, sagt Oliver Paulian, „dieses Gebäude aus dem 19. Jahrhundert passt zum Konzept.“ Mit Taschen ist übrigens noch nicht Schluss. Demnächst sollen auch Accessoires, Damenoberteile und Herrentaschen unter der Marke „Via Veccino“ erscheinen.

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