Feuerwache in Rendsburg : Modernisieren oder neu bauen?

Die Feuerwache an der Rendsburger Herrenstraße: Das Gebäude erfüllt schon lange nicht mehr die technischen Mindeststandards. Ein großes Problem sind die viel zu schmalen Tore.

Die Feuerwache an der Rendsburger Herrenstraße: Das Gebäude erfüllt schon lange nicht mehr die technischen Mindeststandards. Ein großes Problem sind die viel zu schmalen Tore.

Seit über zehn Jahren wird über die Zukunft der Feuerwache diskutiert. Anfang Februar informiert die Verwaltung über den aktuellen Sachstand.

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09. Januar 2018, 12:12 Uhr

Manchmal brauchen selbst Feuerwehrleute Geduld. Die ehrenamtlichen Brandschützer aus Rendsburg warten schon seit mindestens zehn Jahren auf eine größere Wache. Ihr Gebäude weist laut Unfallkasse Mängel auf.

Kurz vor der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Rendsburg am Freitag, 9. Februar, zeigt sich Wehrführer Gerrit Hilburger erwartungsvoll: Der Bauausschuss wird sich während einer Sitzung am Donnerstag, 18. Januar, ab 18 Uhr im Alten Rathaus mit dem Thema beschäftigen. „Ich hoffe, dass wir mal ganz langsam Fahrt aufnehmen“, sagt Hilburger.

Doch zu einem Beschluss wird es wohl nicht kommen. Frank Thomsen, Fachbereichsleiter Bau und Umwelt, teilt mit, dass die Politiker zunächst den aktuellen Sachstand erfahren werden. Es gebe eine umfangreiche Ausarbeitung mit Anlagen, über die er sich vor der Sitzung aber nicht äußern will. Nur so viel: Es geht um einen CDU-Antrag an die Ratsversammlung im Dezember und die Ergebnisse eines Arbeitskreises. Zu letzterem dämpft Bauausschuss-Mitglied Helge Hinz (Soziales Rendsburg) die Erwartungen: „Der Arbeitskreis hat nichts Konkretes herausgebracht.“ Er wurde im Dezember 2015 gegründet, tagte nach Aussage von Mitgliedern aber schon lange nicht mehr.

Das Ziel des Antrags bekräftigte CDU-Ratsfrau Anja Ilgenstein gestern: „Ertüchtigen und anbauen auf dem bisherigen Gelände ist das einzig Finanzierbare für unsere Stadt. Wir können uns nicht für zwölf Millionen Euro einen Neubau leisten.“ Zudem wünsche sich die Feuerwehr, am Standort an der Herrenstraße zu bleiben. Laut CDU-Antrag soll das Bahnhofsparkdeck hinter der Wache einer Erweiterung weichen. Kosten: etwa 5,8 Millionen Euro. Schüler des benachbarten Berufsbildungszentrums (BBZ) am Nord-Ostsee-Kanal müssten sich dann aber andere Parkplätze suchen.

Die SPD vertritt eine andere Sicht. „Die Tendenz geht in Richtung große Lösung“, sagt Ratsherr René Sartorius. Angedacht sei, ein Gelände an der Herrenstraße südlich des BBZ zu kaufen und einen Neubau zu errichten. Einem Umbau steht Sartorius skeptisch gegenüber. „Das ist nicht nachhaltig und nicht langfristig.“ Die Fraktion will sich ihre Meinung in einer Klausurtagung am 27. Januar bilden.

Hinz: „Wir müssen ran an das Problem. Wir werden unglaubwürdig, wenn wir es immer nur aufschieben. Die Feuerwehr muss so aufgestellt sein, dass sie vernünftig arbeiten kann.“ Er hofft auf eine aufschlussreiche Sitzung: Wenn sich zeigt, dass die Feuerwehr mit einer Erweiterung gut ausgestattet ist, sei er damit zufrieden. „Aber sonst muss ein Neubau her.“

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