Gross Wittensee : Mobil bleiben auch auf dem Land

Bürgerwunsch: Besserer Personennahverkehr und Nachbarschaftshilfe.

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02. April 2013, 08:44 Uhr

Gross Wittensee | "Es wird wieder miteinander über das Dorf geredet", hat Andreas Betz, Direktor des Amtes Hüttener Berge, nach der ersten Runde der Workshops als Vorbereitung zu den Masterplänen in den 16 Gemeinden zufrieden festgestellt. Alle Gemeinden stünden hinter dem Projekt, das dafür sorgen soll, dass das Leben auf dem Land auch in zehn, 15 Jahren für Alt und Jung noch lebenswert ist. Die Masterpläne sind ein Denkanstoß und Entscheidungshilfe für die Kommunen. Hier und da hätten es vielleicht ein paar mehr Besucher sein können, aber in den kleineren Gruppen wurde effektiv gearbeitet.

Das Thema Mobilität und öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) außerhalb der Schülerbeförderung wurde in allen Gemeinden von den Bürgern aufgegriffen. Die zentrale Herausforderung ist, wie nicht selbstständig mobile Menschen, wie Kinder und Jugendliche, behinderte oder alte Menschen Orte erreichen, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dem ÖPNV komme da eine Schlüsselstellung zu. Daher findet am Dienstag, 23. April, um 19 Uhr im "Haby-Krog" speziell zu diesem Thema ein Workshop statt, zu dem alle Bürger der Region eingeladen sind. "Das zeigt, dass wir die Anregungen der Bürger aus den Workshops aufgegriffen haben und dass es weitergeht, betonte Amtsvorsteher Gero Neidlinger. Als Bürgermeister von Borgstedt weiß auch er, dass es einigen Verbesserungsbedarf bei den Busverbindungen gebe. So müsse der Anschluss an Büdelsdorf und Rendsburg optimiert werden.

Der Schnellbus der Autokraft verbinde zwar Eckernförde und Rendsburg und damit die anliegenden Gemeinden, wie Klein Wittensee sehr gut, an der Querverbindung nach Ascheffel oder Haby hapere es dann aber. Eine Stellungnahme dazu hat das Amt Hüttener Berge auch für den regionalen Nahverkehrsplan des Kreises Rendsburg-Eckernförde abgegeben. Darin weist es den Kreis auf einige Lücken im Netz hin und macht Vorschläge, die Attraktivität des ÖPNV zu steigern. Neidlinger erinnert dabei an den Koalitionsvertrag der Landesregierung. So soll mehr Geld in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs als in den Straßenverkehr investiert werden. 70 Prozent der Bundesförderung sollen in den ÖPNV fließen - 30 Prozent in die Straßen.

Bei dem Workshop in Haby, der wieder vom Team des Instituts Raum & Energie geleitet wird, geht es neben verbesserten Umsteigemöglichkeiten und weiteren Haltestellen aber auch um Alternativen zum ÖPNV, wie beispielsweise Discobusse oder Bike&Ride-Stationen.

Am Mittwoch, 24. April, 19 Uhr, wird es im "Schützenhof" einen weiteren Workshop, dann zum Thema Nachbarschaftshilfe geben. Denn auch dieses Thema lag vielen Bürgern am Herzen. So könnten zum einen Fahrdienste organisiert, aber auch Dienstleistungen angeboten werden, getreu dem Motto "Biete Kinderbetreuung gegen Rasenmähen". Die entsprechende Tauschbörse könne auf der Internetseite des Amtes installiert werden. Das fördere das Prinzip ’Gemeinsinn vor Eigensinn’, sagte Betz.

"Borgstedt hat sehr gute Erfahrungen mit dem Workshop gemacht", sagte Neidlinger. Daher findet am 18. April bereits ein weiterer statt. "Alle Vereine und Verbände ziehen an einem Strang", hat der Gemeindechef festgestellt. Der Dorfgemeinschaft habe das sehr gut getan.

Aus den Ergebnissen der Workshop erstellt das Institut Raum & Energie so genannte Handlungsempfehlungen für die Gemeinden, die die in den jeweiligen Gremien beraten werden.

In Klein Wittensee beispielsweise habe sich mit einer Arbeitsgruppe für die Zukunft des ehemaligen Gerätehauses ein konkretes Projekt entwickelt, für dessen Umsetzung auch Fördergelder eingeworben werden.

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