Rendsburg-Eckernförde : Mittelstufe bekommt weniger Lehrer

Die Proteste gegen den Abbau von Lehrerstellen haben gefruchtet. (Archivbild)
Die Proteste gegen den Abbau von Lehrerstellen haben gefruchtet.

Im kommenden Schuljahr werden vor allem den Klassen fünf bis zehn an den Gemeinschafts- und Regionalschulen weniger Stellen zugewiesen.

shz.de von
10. Juni 2014, 12:03 Uhr

Schüler der Klassen fünf bis zehn sind die großen Verlierer im kommenden Schuljahr. Zumindest an den Gemeinschafts- und Regionalschulen des Kreises – denn die müssen die größten Verluste bei der Zuweisung von Lehrerstellen hinnehmen. Das ist laut Schulrat André Berg so vorgesehen, wie er der Landeszeitung bestätigte. Welche Schulen in Rendsburg-Eckernförde im Schuljahr 2014/2015 Lehrer gewinnen und welche Schulen verlieren, zeigt die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten im Kieler Landtag Daniel Günther, Hauke Göttsch und Hans-Hinrich Neve.

„Fast alle Schulen in unserer Region erhalten im nächsten Schuljahr weniger Planstellen zugewiesen. Die Lehrerversorgung im Verhältnis zur Schülerzahl wird an allen Schulen schlechter. Das Gefühl der Betroffenen trügt also nicht. Die immer schlechter werdende Unterrichtsversorgung ist real“, sagte Daniel Günther.

„Grundsätzlich werden die Lehrerstellen an allen Schulen nach Schülerzahlen gleich zugewiesen“, sagte Kreisschulrat André Berg. Deshalb sei es auch richtig, dass beispielsweise Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe Lehrerstellen verlieren, weil dort auch die Schülerzahlen zurückgehen. Es gebe jedoch auch Ausnahmen, denn die Zahlen spiegelten interne Regelungen nicht wider. Etwa, wenn Lehrer länger für Fortbildungen abgeordnet seien. Deshalb komme es auch vor, dass Schulen mit steigenden Schülerzahlen weniger Lehrer zugewiesen werden. Das sei etwa bei der Rendsburger Grundschule Mastbrook der Fall. Obwohl dort ab August mit 186 Schülern neun mehr als in diesem Schuljahr lernen, fällt die Planstellenzuweisung von aktuell 11,2 auf 10,6.

Dabei kommen Grundschulen noch gut weg, denn dort muss die Verlässlichkeit gewährleistet werden. Zudem sei es pädagogisch wichtig, die erste Lernstufe zu fördern, so Berg. Deshalb gebe es einen leichten Lehrerzuwachs in den Klassen eins bis zwei. Das geht zu Lasten der Fünft- bis Zehntklässler an Gemeinschafts- und Regionalschulen. Ihnen werden weniger Stellen zugewiesen. Das entspricht einer Kürzung von einer halben bis eine Stunde Unterricht. „Diese Entscheidung ist dem Haushalt geschuldet“, sagte André Berg. Es liege schlicht am Geld, dass es weniger Lehrerstellen gebe.

Daniel Günther beklagt, dass Stellen gestrichen werden, obwohl Schülerzahlen nicht oder nur geringfügig sinken: „Dieser Plan der Landesregierung ist fatal. “ Er habe für den nächsten Haushalt 300 zusätzliche Lehrerplanstellen beantragt.

Zu den Verlierern zählen auch die Gymnasien – die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe gewinnen jedoch. Genau wie die Förderzentren. Sie haben oft einen hohen Bedarf, weil vier der neun Schulen geistig behinderte Schüler betreuen. Zudem sind die Schüler weitgehend in Regelschulen integriert.

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