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Lesung : Mit viel Zeit und ohne Ziel auf Achse

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Reisebuch-Autor Oliver Lück mit Howard-Hündin „Locke“ zu Besuch in der Buchhandlung Reichel. „Wer erzählen will, muss zuhören können.“

von
erstellt am 04.Okt.2013 | 18:03 Uhr

„Locke“ hat die Schnauze auf die Pfoten gelegt und schläft neben den Buchregalen. Klar, die Howard-Hündin kennt die Geschichten ihres Herrchens in- und auswendig. Schließlich ist sie zusammen mit Oliver Lück durch Europa gereist. 26 Geschichten hat der Journalist aus Henstedt-Ulzburg von dieser Reise mitgebracht – und einige davon jetzt in der Buchhandlung Reichel präsentiert („Neues vom Nachbarn – 26 Länder, 26 Menschen“ erschienen als Rowohlt-Taschenbuch).

„Viel Zeit und kein Ziel – das war das A und O dieser Reise“, beschreibt Oliver Lück seine Motivation. Die Zeitschrift, bei der er gearbeitet hatte, wurde eingestellt. Das war für ihn damals der Anlass, gleich mehrere Träume zu verwirklichen. „Ich wusste, dass ich nicht mehr in der Stadt leben wollte.“ Darum löste er seine Wohnung in Hamburg auf. „Ich wollte immer einen Hund haben.“ So kam „Locke“ noch als Welpe zu ihm. Und er wollte Europa und seine Menschen kennenlernen. Also wurde ein 21 Jahre alter VW-Bulli sein Zuhause. Dann ließ er sich treiben.

Lück hat bei seinem Rendsburg-Besuch ein abgegriffenes Exemplar seines Buches dabei. Aber er erzählt mehr, als dass er liest. Charismatisch und sympathisch ist er, zieht die Zuhörer in den Bann, bringt sie mit kleinen Pointen zum Lachen oder mit den Schilderungen zum Nachdenken. So wie mit dem Märchen, das er von Claire aus Galway (Irland) gehört hat. Sie ist eine professionelle Geschichtenerzählerin: „Die schönsten Geschichten entstehen oft aus den einfachsten Ideen“, sagt die junge Frau. Wie zum Beispiels aus Oliver Lücks Reise-Idee. Aber: „Wer erzählen will, muss zuhören können.“ Die Menschen, die Oliver Lück in seinem Buch porträtiert hat, traf er oftmals ganz zufällig. Aber dann blieb er einige Zeit, einige Tage oder auch eine ganze Woche, aß mit ihnen an einem Tisch.

Die Rendsburger hören aufmerksam zu. Stellen am Ende Fragen, die Lück ausführlich beantwortet: Er arbeite jetzt als Freiberufler, ist Vater von zwei kleinen Söhnen und habe weitere Reisepläne. Erst einmal will er mit der Familie (im VW-Bus) auf den Kanaren überwintern, später vielleicht durch Südosteuropa touren. Hoffentlich wieder mit viel Zeit – und natürlich mit „Locke“.

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