Krebsnachsorge-Selbsthilfegruppe : Mit positiver Energie zurück ins Leben nach dem Krebs

In der Natur kann Michael Laubenstein mit seinen beiden Dalmatinern so richtig abschalten.
In der Natur kann Michael Laubenstein mit seinen beiden Dalmatinern so richtig abschalten.

Michael Laubenstein findet nach einer schweren Krankheit Halt in einer Rendsburger Selbsthilfegruppe.

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12. April 2018, 10:01 Uhr

Rendsburg | „Wenn einen das Schicksal ereilt, muss man das Beste daraus machen.“ Mit dieser Einstellung hat Michael Laubenstein (55) aus Alt Bennebek im Kreis Schleswig-Flensburg den Krebs besiegen können. Nur durch einen Zufall war er vor vier Jahren zur Vorsorgeuntersuchung gegangen. Dann der Schock: Darmkrebs. Doch der heute 55-Jährige fiel nicht etwa in ein Loch. Mit viel positiver Energie bot er der Krankheit die Stirn. Heute ist er so gut wie geheilt, kann wieder als Elektrohandwerker in Büdelsdorf arbeiten und die freie Zeit mit seiner Familie genießen.

Eigentlich wollte Michael Laubenstein nur seine Frau vom Arzt abholen. Sie hatte gerade selbst eine Vorsorgeuntersuchung hinter sich. Dann lagen dort Broschüren zur Darmkrebsvorsorge aus. „Mach’ das doch auch besser mal“, riet ihm seine Frau beim Rausgehen. Schließlich machte er einen Termin aus. Dabei ging es dem damals 51-Jährigen sehr gut. Er hatte sich zuvor nie schlecht gefühlt, alles war eben ganz normal. Doch dann erkannte der Arzt etwas, was dort nicht hingehörte: ein zwei Zentimeter großes Karzinom – einen bösartigen Tumor im Darm. Von einem Tag auf den anderen war Laubenstein schwerkrank. Ein Vierteljahr später – und es wäre vermutlich zu spät gewesen.

Doch Michael Laubenstein verfiel nicht in Panik oder war am Boden zerstört. „Ich bin einfach ein sehr positiver Mensch und war es auch nach der Krebsdiagnose noch.“ Er glaubte zu wissen, was auf ihn zukommen würde. Seine Eltern waren beide an einer Krebserkrankung verstorben. Sie hatten es lange vor ihm verheimlicht und versuchten, alleine damit zurecht zu kommen. Das wollte der zweifache Vater ganz anders machen. „Ich habe von Anfang an offen über meine Krankheit gesprochen. Meine Frau stand mir immer zur Seite. Ohne sie hätte ich es vermutlich nicht geschafft.“ Den eigenen Kindern davon zu erzählen, sei für ihn das Schlimmste gewesen. Seine Söhne waren zu diesem Zeitpunkt 14 und neun Jahre alt.

Die Krebstherapie verlief zunächst gut. Die Chemotherapie schlug an, der Tumor wurde kleiner. Doch 2016 dann der Rückfall: Der Krebs hatte gestreut, ein Teil seiner Leber musste entfernt werden. Dann kam auch noch eine Lungenembolie hinzu. Doch Michael Laubenstein überstand auch das und besiegte den Krebs. „Ich kann heute damit gut leben. Natürlich hat man immer noch einige Einschränkungen, aber ich will mich nicht beklagen.“

Um seine Krankheit zu vergessen und auf andere Gedanken zu kommen, ist er viel mit seinen beiden Dalmatinern unterwegs. „Draußen in der Natur kann ich richtig abschalten. Das gibt mir viel Energie und Kraft.“ Auch in einer Rendsburger Selbsthilfegruppe findet der 55-Jährige Halt. Noch heute besucht er das monatliche Treffen. Gruppenleiterin Karen Gille hält es für sehr wichtig, dass sich Betroffene regelmäßig austauschen. „Wir sprechen hier natürlich viel über unsere Erkrankungen. Zu sehen, dass sie nicht alleine sind, ist für viele unglaublich wichtig. Aber auch Themen abseits von Chemotherapie und Krankenhaus kommen hier auf den Tisch“, sagt sie.
 

Die Krebsnachsorge-Selbsthilfegruppe des Deutschen Roten Kreuzes trifft sich an jedem letzten Mittwoch im Monat um 15 Uhr in der Kieler Straße 53 in Rendsburg. Interessierte können auch telefonisch mit Karen Gille in Kontakt treten. Telefon: 04331/2 68 85.
 

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