Kunstvoll : Mit offenen Augen durch die Welt

In ihrem Atelier: Meune Lehmann präsentiert eines ihrer Werke.
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In ihrem Atelier: Meune Lehmann präsentiert eines ihrer Werke.

Die Nortorfer Künstlerin Meune Lehmann lässt sich besonders von der Natur inspirieren. Ihr aktuelles Projekt beschäftigt sich mit Tieren, die auf der Roten Liste vertreten sind und somit vom Aussterben bedroht.

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20. Januar 2015, 06:00 Uhr

Wer den bunt bemalten Zaun oder die verzierte Hausnummer in der Stettiner Straße bemerkt, der wird es bereits erahnen: In diesem Haus wohnt eine Künstlerin. Und das tut sie auch. Seit 1995 lebt Meune Lehmann mit ihrer Familie in Nortorf. Fast genauso so lange widmet sie sich ihrer Kunst. In ihrem aktuellen Projekt geht es über Tiere, die auf der Roten Liste stehen und vom Aussterben bedroht sind. Der Titel lautet „Was erlauben Mensch – die letzten ihrer Art (?)“. „Die Idee dazu kam mir, weil ich so frustriert und wütend darüber war, wie mit den Tieren umgegangen wird. Und Trapattoni war schließlich damals auch ziemlich wütend, als er seine berühmte Ansprache gehalten hat“, erklärt die Künstlerin.

Die gelernte Erzieherin arbeitete als Tagesmutter in Nortorf. Irgendwann wurden die Kinder immer jünger. „Das war dann schwierig, mit denen zu arbeiten, ich bastel ja so gerne und lebe mich kreativ aus“, so Meune Lehmann. „Irgendwann bemerkte ich, dass das nicht mehr so mein Ding ist.“ Mittlerweile hat die 53-Jährige eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin gemacht. Insgesamt elf Kurse bietet sie bei der Nortorfer Volkshochschule an. Neben den geistig und körperlichen Übungen sei es aber vor allem die Kunst die sie fasziniert. Obwohl sie in der Schule den Leistungskurs Kunst wählte, war es erst der Anstoß eines Kindes, der Meune Lehmann endgültig zur Künstlerin machte. „Eines meiner betreuten Kinder hatte damals ein T-Shirt mit Malereien von Aborigines an. Das fand ich so toll, dass ich mir das ausgeliehen und abgemalt habe.“ Nach dem ersten Bild ist die zweifache Mutter am Ball geblieben. „Zunächst habe ich viel mit der Punkt- und Strichtechnik gemalt“, erklärt Lehmann. „Später kam dann das Acryl auf Leinwänden.“

Ein Australienurlaub brachte die Nortorferin auf eine Idee: „Beim Schnorcheln fiel mir die Vielfalt der unter Wasser lebenden Tiere auf. Vor allem die bunten Augen“. Die eigentliche Künstlerin sei nämlich nicht sie, sondern die Natur, die sie inspiriert. 365 Tieraugen, jedes auf 30 mal 30 Zentimeter großen Leindwänden, malte Meune Lehmann schließlich. „Fünf Jahre Arbeit steckt dahinter.“ Während ihrer Recherchearbeiten stieß die Künstlerin auch auf vom Aussterben bedrohte Rassen. Das Projekt „Was erlauben Mensch – die letzten ihrer Art (?)“ reihte sich nahtlos an ihre vorherige Arbeit an. Seit 2012 malt sie nun Tiere, die auf der Roten Liste stehen. Einige der Exemplare werden vom 26. Januar bis 31. März im Bildungszentrum für Natur, Umwelt und Ländliche Räume Schleswig-Holstein in Flintbek zu sehen sein. Zur Ausstellungseröffnung am Montag wird auch die Künstlerin vor Ort sein. Doch nicht nur Leinwände bemalt Meune Lehmann. In dem Einfamilienhaus gibt es neben den Bildern auch weitere Kunst: So wurden Kacheln, aber auch die Türen bunt verziert. „Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird von mir bemalt“, lacht Lehmann.

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