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Handball-HVSH-Pokal : Mit Moral und Charakter ins Pokalhalbfinale

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg ist nach einem dramatischen 24:23-Sieg über DHK Flensborg beim Final-Four dabei.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 23:52 Uhr

Die richtig schönen Siege im Sport sind oft nicht die, die durch völlige Dominanz entstehen, sondern die unerwarteten, hart erkämpften, zeitweise in weiter Ferne erscheinenden. Nicht umsonst steht in jedem vernünftigen Sportfilm der Rückschlag vor dem endgültigen und umjubelten Sieg. Diesem Drehbuch folgte auch die Pokal-Viertelfinalpartie der HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg am Mittwochabend gegen den DHK Flensborg. Der 24:23 (13:9)-Sieg der HSG allein reichte schon für große Glücksgefühle bei Gunnar Kociok und seiner Mannschaft, besonders groß waren sie allerdings, weil es nach langer Führung so aussah, als würde der DHK die Partie kurz vor dem Ende noch gewinnen.

Kociok hatte wieder tief ins Sportpsychologiebuch geschaut, um seine Ansprache an Torhüter Nils Martensen auszutüfteln. „Ich habe ihm gesagt, dass er anfängt und so lange spielt, wie er gut hält“, lachte der HSG-Trainer nach der Partie, denn Martensen hatte offenbar keine Lust, ausgewechselt zu werden. Und das wurde er letztlich auch nur bei einem Siebenmeter, ansonsten zeigte er über 60 Minuten eine wirklich gute Leistung. Vor sich konnte er auf die beiden Zweimetermänner Philip Moreau und Finn Dethlefsen bauen, die gemeinsam einen schier unüberwindlichen Mittelblock bildeten. Das Ergebnis: Nach 20 Minuten stand es 9:3 für die HSG. Bis zur Pause änderte sich der Vorsprung leicht, aber Westerrönfeld blieb mit 12:7 und 13:9 stets am Drücker.

Großer Jubel herrschte noch beim 16:11, danach wurden die Gesichter langsam länger. „Plötzlich befanden wir uns wieder im Wilden Handballwesten“, kritisierte Kociok. Fehlerhafte Abspiele und unnötige Würfe luden den DHK zu Tempogegenstößen ein und wenn das passiert, hagelt es gewöhnlich Tore. Ohne die richtige Idee, wie man in die alte Spur zurückfinden könnte, gingen die Flensburger mit 21:18 und 22:20 in Führung, daran hatte auch die Manndeckung gegen Jens-Christian Woldt ihren Anteil. „Vor fünf Wochen hätten wir so ein Spiel noch mit zehn Toren verloren“, glaubte Kociok.

Dass es nicht so war, begründet er in erster Linie damit, dass sein Team seit drei Wochen vollständig mit 14 Mann trainieren könne. „Das ist richtig zu merken und macht großen Spaß“, freute sich der Trainer, denn sein Team schaffte nicht nur den 22:22-Ausgleich, sondern die letztlich knappe Führung zum 24:23-Sieg. „Dass wir gewonnen haben, war schon richtig gut. Das Beste allerdings war das Wiederkommen nach dem Rückstand. Jetzt freuen wir uns auf das Final-Four in Henstedt-Ulzburg und darüber, am 6. Januar mit einem guten Gefühl ins Rückrundentraining einzusteigen“, sagte Kociok, begeistert von der Dramaturgie dieses Pokalspiels.

HSG Schülp/Westerrönfeld/RD: Martensen, Burchert – Moreau, Hohnsbehn, Schrader (5/3), Jüschke (4), C. Cohrt (2), Petriesas (1/1), Woldt (2/1), Cardis (2), F. Cohrt (1), Ranft (5), Dethlefsen (2), Schöler.


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