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Hörsten : Mit DrohnenTechnik die Nase vorn

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Experten klärten in Schachtholm über wirtschaftliche Nutzung unbemannter Fluggeräte auf.

Mittelständische Unternehmen entdecken die Möglichkeiten der unbemannten Luftfahrt für sich. Wie groß das Interesse ist, zeigte sich jetzt, als der Wirtschaftsrat der CDU auf den Flugplatz Rendsburg-Schachtholm einlud. „Nach der technischen Marktreife von Drohnen sehen wir in der Zukunft ein großes Feld gewerblicher Nutzungen, die Chancen für mittelständische Unternehmen in vielen Bereichen eröffnen.“ So stand es in der Einladung zu der Diskussionsveranstaltung. Thema: Gewerbliche Nutzung von Drohnen – Anwendungsbeispiele, Regulierungen und Chancen für Schleswig-Holstein.

Das Büdelsdorfer Unternehmen AVB, das sich mit Windkrafttechnik und Schiffselektronik beschäftigt, ist bereits in diesem Bereich tätig und bietet Schulungen zum richtigen und sicheren Umgang mit unbemannten Luftfahrzeugen, den sogenannten Drohnen, an. „In den dreitägigen Kursen vermitteln erfahrene Dozenten, größtenteils selbst erfahrene Piloten aus der zivilen Luftfahrt, umfangreiches Fachwissen“, erklärte AVB-Chef Kurt Teipelke. Dazu gehören rechtliche Rahmenbedingungen für den Drohnenflug, erste Schritte am Flugsimulator und praktische Übungen mit hauseigenen Fluggeräten über einem abgesperrten und gesicherten Gelände.

Als ein Einsatzgebiet sieht Teipelke die Inspektion von Offshore-Windkraftanlagen. „Da müssen sonst Höhenkletterer eingesetzt werden, und das ist teuer.“ Mit einem unbemannten Luftfahrzeug, das von einem Versorgungsschiff aus gesteuert wird, könne man hochauflösende Filme und Fotos machen. Diese würden dann von einem Fachmann ausgewertet. Aber auch für die Überprüfung von Bauwerken oder von Photovoltaikanlagen sei die Drohnentechnik geeignet, sagte Michael Frank-Stever, Qualitätsmanager bei AVB.

Zudem sieht er weitere Einsatzgebiete im Katastrophenschutz und bei der Feuerwehr. Brandherde könnten gefilmt werden, um den Löscheinsatz besser durchführen zu können. Wenn man Infrarotkameras einsetze, könnten die Einsatzkräfte Brandnester finden. Aber auch Netzbetreiber, die ihre Freileitungen bisher von Hubschraubern aus kontrollierten, zeigten Interesse an der Drohnen-Technik, machte Teipelke deutlich.

Für den gewerblichen Einsatz der unbemannten Luftfahrzeuge werde eine Aufstiegsgenehmigung verlangt, erklärte Frank-Stever. Das Gerät müsse eine Zulassung haben und es müsse eine Versicherung vorliegen. Zudem werde verlangt, dass der Steuerer „fachkundig“ sei. „Aber es gibt noch keinen Führerschein“, machte Frank-Stever die aktuelle Situation deutlich. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt habe angekündigt, die rechtlichen Voraussetzungen dafür im kommenden Jahr zu schaffen. Gleichzeitig werde auf europäischer Ebene an einer Regelung für die Nutzung sogenannter Drohnen gearbeitet.

Der UAV-Dachverband bemühe sich, Prüfstelle für die Ausgabe von „Führerscheinen“ zu werden, erklärte Frank-Stever. UAV ist die Abkürzung des englischen Begriffs „unmanned aerial vehicle“, also „unbemanntes Luftfahrzeug“. AVB strebe an, Niederlassung und Prüfungsstelle für das Land Schleswig-Holstein zu werden, sagte AVB-Chef Teipelke. „Denn wir sehen in den unbemannten Luftfahrzeugen ein großes Geschäftsfeld.“

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