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Landeszeitung

21. November 2017 | 16:35 Uhr

Herbst : Mit doppelter Kraft gegen das Laub

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Umwelt- und Technikhof arbeitet auf Hochtouren, um Blätter von den Straßen zu entfernen / Rutschiger Boden erhöht Unfallgefahr für alle Verkehrsteilnehmer

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2017 | 10:36 Uhr

Wunderschön ist das Laub, wenn es sich im Herbst verfärbt – doch die zumeist goldgelben, rostbraunen oder rötlichen Blätter hängen äußerst locker an den Bäumen. Und sobald sie herunterfallen, werden sie zum Problem: Sie können Autofahrer ins Rutschen, Fahrradfahrer und Fußgänger zu Fall bringen sowie Gullys verstopfen. Um dies zu verhindern, sind zurzeit viele Arbeiter damit beschäftigt, die Verkehrswege vom Laub zu befreien.

„Jetzt fängt es gerade richtig an“, sagt Axel Bock und meint die Arbeit der Laubbeseitigung. Er ist der stellvertretende Leiter des Umwelt und Technikhofs (UTH) und zuständig für die Straßenreinigung. Seit voriger Woche hat er die Anzahl der eingesetzten Kehrfahrzeuge verdoppelt: Regulär fahren eine große und eine kleine Maschine durch Rendsburg, in der Laubsaison zwei große und zwei kleine. Die größeren Wagen reinigen breite Straßen, die kleinen kehren „Radwege und Straßen, in die die große Maschine nicht gut reinkommt“, erklärt Bock. Seine Leute greifen manchmal aber auch ganz klassisch zu Laubharke und Schaufel. Vor allem wenn – etwa in Waldnähe – besonders viel Laub auf einem Haufen liegt, ergebe es keinen Sinn, mit einer Kehrmaschine zu anzurücken.

Stefan Reumann steuert eine der großen Kehrmaschinen. Er erklärt, worauf es bei seiner Arbeit ankommt: „Man darf nicht zu schnell fahren – nur Schrittgeschwindigkeit.“ Sonst nämlich wird nicht sauber gekehrt. Mit Hilfe von runden Kehrbesen und einer Turbine, die das Kehrgut ansaugt, landen die Blätter in dem Behältnis. Auf die rotierenden Besen wird zudem Wasser gegeben, um Staubentwicklung zu verhindern, wie Bock erklärt. Der Behälter von Reumanns Maschine fasst sechs Kubikmeter Laub. Zwischen 45 und 60 Minuten dauert es, bis der Tank voll ist. Geleert wird auf dem UTH-Gelände. Dort wird das Kehrgut aber lediglich „zwischengeparkt“, sagt Bock. Mit Lastkraftwagen werden die „Riesenmengen“ Laub anschließend zur Firma Harder befördert, wo sie kompostiert werden, erläutert der stellvertretende UTH-Leiter. Bock prognostiziert, dass seine Arbeiter „noch viele Wochen“ damit beschäftigt sein werden, Blätter zu entfernen; die Gärtner, welche die Grünflächen sauber machen müssen, werden sogar bis in das kommende Jahr damit zu tun haben.

In Spitzenzeiten arbeiten zwölf seiner Arbeiter an der Laubbeseitigung. Sie sind für alle Straßen im Stadtgebiet zuständig. Das sind nach UTH-Angabe 112,6 Kilometer. Hinzu kommen Bürgersteige, die nicht an Privatgrundstücke angrenzen. Für Gehwege vor der eigenen Haustür sind die Anwohner verantwortlich, betont Bock. Jede Straße wird einmal pro Woche gekehrt. Da die Behälter im Herbst durch das Laub deutlich schneller voll sind, kommen die Arbeiter langsamer voran, so Bock. Die Aufgabe lässt sich daher nur mit der doppelten Anzahl an Maschinen zeitgerecht bewältigen.

Es gibt feste Tourenpläne der Kehrmaschinen und damit konstante Reinigungszyklen. Die Anwohner wissen deshalb, wann vor ihrer Haustür sauber gemacht wird. „Es hat sich eingebürgert“, dass sie das Laub kurz vorher vom Gehweg „nochmal schnell in den Rinnstein fegen“, sagt Bock. Wenn die Anwohner „zu große Mengen“ auf die Straße werfen und es offensichtlich ist, dass auch Gartenabfälle dabei sind, verweigert der UTH die Mitnahme – „damit die Leute merken, dass nicht pauschal alles mitgenommen wird.“ Dies sei aber der Ausnahmefall.

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