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Landeszeitung

22. August 2017 | 07:14 Uhr

Mit dem Pferdetaxi zu "Totilas"

vom

Friedrich Hornhardt genießt seinen ungewöhnlichen Beruf / Krankenfahrten zur Pferdeklinik oder unterwegs zur Atlantikküste

NIENBORSTEL | Frankreich, Niederlande, Österreich: Wenn die Kundschaft es wünscht, kutschiert Friedrich Hornhardt seine Taxigäste durch halb Europa. Unterwegs hat der Nienborsteler seine Fahrgäste per Videokamera ständig im Auge, und bei hochsommerlichen Temperaturen bekommen sie natürlich regelmäßig frisches Wasser zum Saufen - Friedrich Hornhardt hat sich mit einem "Pferdetaxi" selbständig gemacht.

"Ich bin Rentner und fahr nicht wegen des Geldes, sondern weil mir das richtig Spaß macht", sagt "Pferdetaxi"-Betreiber Friedrich Hornhardt, "sobald ich mit meinem Auto und dem Pferdeanhänger durch den Elbtunnel bin, ist das für mich wie Urlaub." Wie andere Taxiunternehmer auch, sei er "Tag und Nacht" für seine Kundschaft erreichbar: "Ich mach Krankenfahrten zum Tierarzt oder in die Pferdeklinik, ich überführe die Tiere bei Kauf und Verkauf, und ich fahr die Pferde zu Turnieren."

Hornhardt ist auch im Auftrag von Pferdezüchtern unterwegs, um Hengst und Stute zusammenzubringen. "Im Mai rief eine Pferdebesitzerin aus Chile an", berichtet der Nienborsteler, "da hab ich dann eine von ihr gekaufte Stute aus Dithmarschen zu Paul Schocke möhle nach Mühlen gebracht, wo sie von Totilas besamt werden sollte."

Vor kurzem führte eine längere Taxitour ins österreichische Lustenau. "Da hab ich zwei Pferde hingebracht und zwei wieder mit hoch genommen", erklärt Hornhardt, "mein Kunde dort lässt seine Pferde immer zum Einreiten nach Sittensen bringen, wo ich die dann nach acht Wochen wieder abhole." Vor einem Monat kutschierte der Pferdetaxi-Unternehmer zwei Araberhengste aus dem Gestüt Ismer (Ströhen) zu einem Zirkus an der französischen Atlantikküste. "Da waren wir mit zwei Fahrern von Mittwoch bis Sonnabend unterwegs und sind 3400 Kilometer gefahren." An der Frankreich-Tour lassen sich zwei grundlegende Prinzipien des Pferdetaxis festmachen. "Wir fahren immer zu zweit, und wir fahren durch", erläutert Hornhardt, "die Eigentümer wollen auch immer, dass wir zwar kleine Pausen machen, aber ansonsten durchfahren und unnötiges Ab- und Wiederaufladen vermeiden." Ob es seinen Fahrgästen gut geht, kontrolliert Hornhardt mittels eines Videomonitors, der Live-Bilder aus dem Pferdeanhänger sendet. Manche Touren sind aber sogar dem Pferdetaxifahrer zu weit. Als das Arabergestüt Rade vor einem Jahr eine Stute nach Dubai verkaufte, fuhr Hornhardt das Tier zu einer Sammelstation nach Wildeshausen, wo es vor dem Flug Richtung Persischen Golf vier Wochen in Quarantäne verbrachte.

Ein echter Stammgast des Pferdetaxis ist Araberhengst "Jenisseij", den Hornhardt schon häufig zu Leistungsprüfungen oder Schautrainern kutschiert hat. "Freddies Anhänger ist eine kleine Luxusherberge, und er richtet alles so ein, wie die Kunden es haben möchten", lobt Stephanie Dollase vom Arabergestüt Rade, "man kann sich darauf verlassen, dass das Pferd sicher und heil ankommt, und man kann Freddie ja auch während der Fahrt jederzeit anrufen und fragen: Wie gehts meinem Pferd?" "Über Video hab ich das Pferd immer im Auge, das hat höchste Priorität", betont Hornhardt, der sich über seinen stetig wachsenden Kundenkreis freut: "Wenn man gute Arbeit abliefert, hat man auch die entsprechende Nachfrage."

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erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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