Nortorf : Mit Blaulicht in die Kurve gehen

Beim Bremsen auf nasser Fahrbahn schaukelte es in den Löschfahrzeugen schon ganz schön.
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Beim Bremsen auf nasser Fahrbahn schaukelte es in den Löschfahrzeugen schon ganz schön.

Aktive der Freiwilligen Feuerwehr Nortorf absolvierten ein Fahrsicherheitstraining. Vollbremsung auf nasser Fahrbahn wurde geübt.

shz.de von
01. Juli 2015, 06:00 Uhr

Wenn’s schnell gehen soll, kann es auch für die Feuerwehr brenzlig werden: Beispielsweise wenn es gilt, mit einem 16-Tonnen-Fahrzeug bei regennasser Fahrbahn um die Kurve zu biegen. Aus diesem Grund absolvierten jetzt 15 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Nortorf erstmals ein Fahrsicherheitstraining mit den eigenen Löschfahrzeugen.

„Die allermeisten Einsatzkräfte fahren ja nicht jeden Tag ein solches Fahrzeug. Aber die Fahrer haben im Einsatz die Verantwortung für neun Kameraden sowie auch für den Verkehr um sie herum. Deshalb ist es wichtig, dass sie für diese Situationen Sicherheit gewinnen“, erklärt der stellvertretende Wehrführer Stefan Harder. Vorgeschrieben ist dieses Training nicht, fügt Kreiswehrführer Mathias Schütte hinzu, werde aber von den meisten Fahrern von sich aus nachgefragt. Denn: „Nur das regelmäßige Üben lässt den Fahrer auch in brenzligen Situationen richtig reagieren“, weiß Michael Schieferdecker, Trainer auf dem Übungsgelände der SVG (Zentralgenossenschaft Straßenverkehr) in Neumünster.

Die meisten größeren Wehren absolvieren ein solches Training, berichtet Schütte auf Nachfrage. Angeboten wird es auch vom ADAC, der Dekra und teilweise von der Deula. „Wir haben kürzlich erst vom Verband die Empfehlung für das Training ausgesprochen“, so Schütte. Schließlich diene es der Sicherheit der Fahrer.

Besonders problematisch seien im Einsatzfall immer wieder zu enge Rettungsgassen, fehlende Aufmerksamkeit und wild zugeparkte Straßen, war bei dem Training in Neumünster zu erfahren. Diese Gefahren drohten beim Üben zwar nicht. Doch beim Umrunden der Pylonen auf der Slalomstrecke machten die Teilnehmer schon die Erfahrung, dass sich ein Löschfahrzeug mit seinen rund 16 Tonnen Gesamtgewicht ganz schön aufschaukeln kann. Ebenfalls beeindruckt zeigten sich die Akteure vom Verhalten der Fahrzeuge beim Bremsen auf nasser Fahrbahn. Bei der geforderten beherzten Vollbremsung bereits aus einer mäßigen Geschwindigkeit heraus, hielt so mancher die Luft an. „Mir ist das Herz dabei in den großen Zeh gerutscht“, gab Oberlöschmeisterin Julia Schrandt (25) unumwunden zu.

Die Kosten für das Fahrsicherheitstraining übernimmt auf Antrag der Träger der jeweiligen Freiwilligen Feuerwehr, also die Gemeinde. „Es ist schließlich ein Bestandteil der Ausbildung“, erklärt Kreiswehrführer Mathias Schütte.

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